Zahlen verdoppelt

Wespen wüten in OÖ! Notärzte sind im Dauer-Einsatz

Oberösterreich
07.08.2024 08:30

Der starke Insektensommer fordert die Einsatzkräfte in Oberösterreich heuer besonders: In den heimischen Krankenhäusern haben sich die Behandlungen von gefährlichen Stichen vielerorts mehr als verdoppelt. Was im Ernstfall zu tun ist, verrät ein Experte vom Roten Kreuz.

Notfall bei einer Grillparty am Samstag im Mühlviertel: „Ein junger Mann ist von Wespen gestochen worden und hat nicht gewusst, dass er allergisch ist. Seine Lippen sind stark angeschwollen, ihm ist immer schwindliger geworden“, erzählt Michael Steinbichler (27) vom Roten Kreuz, der als Rettungssanitäter dabei war. „Wir haben den Patienten angenehm gelagert und ihm Sauerstoff gegeben, vom Notarzt hat er Medikamente bekommen“, sagt Steinbichler.

583 Einsätze wegen Insektenstich
Einer von vielen solcher Einsätze. 583-mal fuhr das Rote Kreuz heuer bereits mit Blaulicht zu Insektenstichen, 366-mal musste ein Notarzt mitkommen. Das Gefühl, das viele im heurigen Sommer haben, trügt nicht: Wespen, Bienen und Co. sind in diesem Jahr besonders lästig. Und mitunter gefährlich: In den Salzkammergut-Kliniken Bad Ischl, Gmunden und Vöcklabruck etwa hat sich die Anzahl der Notaufnahmen wegen Insektenstichen im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, von 82 auf 215. Behandlungen nach Wespenstichen gibt es dort heuer achtmal (von zehn auf 80) so viele.

Betroffene Stelle kühlen
Ähnlich stark ist der Anstieg in anderen Spitälern: In Freistadt haben sich die Insektenstich-Behandlungen ebenfalls mehr als verdoppelt, in Rohrbach von sechs auf 23 fast vervierfacht, in Steyr und Kirchdorf gab es heuer mit 128 Fällen ebenso deutlich mehr als im Vorjahr mit 74.

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Als Erste Hilfe sollte man den Oberkörper höher lagern sowie Mund- und Rachenraum kühlen, etwa Eis lutschen.

Michael Steinbichler, Sanitäter und Erste-Hilfe-Lehrbeauftragter

Freilich muss nicht jeder Stich im Krankenhaus behandelt werden. Wenn nur lokale Schwellungen auftreten, empfiehlt Sanitäter Steinbichler, die Stelle zu kühlen. Lebensgefährlich sind hingegen allergische Reaktionen.

Wie erkennt man sie? „Meist kommt es zu Schwellungen am ganzen Körper bis zu den Atemwegen, die Patienten werden rot, ihnen wird schwindlig, sie haben Atemschwierigkeiten“, sagt Steinbichler. In solchen Fällen sollte man sofort den Notruf 144 wählen.

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