Teuerster gemeinsamer Nenner. Es hat bekanntlich mehr als ein Jahr gedauert, bis die Dreier-Regierung unter tatkräftiger Mithilfe des Bundespräsidenten in der Wehrdienst-Frage am Montag schließlich einen recht faulen Kompromiss erzielte. Und einen teuren! Das Verteidigungsministerium geht von 200 bis 250 Millionen an Mehrkosten im Vergleich zum jetzigen Wehrdienst aus, doch es könnte noch wesentlich mehr sein. So kostet allein die Sold-Erhöhung um 400 Euro auf 1000 Euro pro Monat mehr als 70 Millionen Euro im Jahr – und dabei handelt es sich um Kosten, die im knappen Staatsbudget gar nicht eingeplant sind. So viel scheint klar: Der von der Regierung erzielte kleinste gemeinsame Nenner ist wohl gleichzeitig auch der teuerste gemeinsame Nenner.
Zauderhaft. Die Kritik an der Wehrdienstlösung ist laut und kommt aus vielen Richtungen. In der „Krone“ kommentiert heute Andreas Mölzer die Rolle von Bundeskanzler Christian Stocker kritisch. „Schönfärbend wird Kanzler Stocker oft als ,Buddha´ bezeichnet“, schreibt Mölzer, um daraus folgernd auszuführen: „Das größte Ideal des Buddhismus ist bekanntlich das Nirwana. Nirwana heißt Erlöschen. Und ein solches Erlöschen im politischen Sinne könnte ,Buddha´ Stocker bald blühen. Wenn er nämlich, so wie im Falle der Wehrdienstzeit, zu schwach ist, seine Ziele zu erreichen.“ Weder habe sich Stocker mit der „8 plus 2“-Lösung, noch bei der von ihm angekündigten Volksabstimmung durchgesetzt. Und Mölzer zitiert dazu Grillparzer aus „Ein Bruderzwist im Hause Habsburg“: „Auf halben Wegen und zu halber Tat, mit halben Mitteln zauderhaft zu streben…“ Ja, da haben Mölzer und Grillparzer nicht unrecht…
Kommen Sie gut durch den Mittwoch!
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