Die Bundesregierung plant, den Grundwehrdienst durch verpflichtende Übungen auf neun Monate zu verlängern. Damit wäre er gleich lang wie der Zivildienst. Aus Vorarlberg kommt nun scharfe Kritik von der Offiziersgesellschaft: Der Vorschlag schaffe ein Ungleichgewicht und sei politisch halbherzig.
Die Bundesregierung plant eine Reform des Grundwehrdienstes, am Dienstag wurden die Eckpunkte bekannt gegeben: Die Dauer soll von sechs auf neun Monate erhöht werden, indem drei Monate verpflichtende Truppenübungen direkt anschließen. Damit wird der Wehrdienst an die Dauer des Zivildienstes angeglichen. Eine Klausel sieht jedoch vor, den Zivildienst verpflichtend auf elf Monate zu verlängern, sollte die Zahl der Rekruten zu gering werden.
Offiziere: Ungleichgewicht zulasten der Soldaten
Die Vorarlberger Offiziersgesellschaft kritisiert den Vorschlag scharf. Präsident Josef Müller spricht von einem „Ungleichgewicht“. Die bisher längere Dauer des Zivildienstes sei ein „Tatbeweis“ für Gewissensgründe gewesen und habe die Gefahren des Soldatendienstes berücksichtigt. Müller fragt sich, ob dies nun nicht mehr gelte und erwartet einen Anstieg bei den Zivildienstanmeldungen. Zwar seien die Verlängerung und die Übungen positiv, der Plan sei aber „unzureichend und politisch halbherzig“.
„Fragwürdiger politischer Kompromiss“
Laut den Ländle-Offizieren wurde eine „sicherheitspolitisch wichtige Chance“ für ein zukunftsweisendes Gesamtpaket vertan. Der Hauptkritikpunkt ist, dass politische Interessen Vorrang vor der notwendigen Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des Landes hatten. Für diesen „fragwürdigen Kompromiss“ sei die Empfehlung der Wehrdienstkommission geopfert worden. Diese schlug ein 8+2-Modell und eine Verlängerung des Zivildienstes vor.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.