Hitzewelle

Wie man gesund durch die Guthitze kommt

Vorarlberg
28.07.2026 15:30
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die nächste Hitzewelle hat das Ländle erfasst. Ärzte aus den Vorarlberger Landeskrankenhäusern verraten, wie man sich gegen die hohen Temperaturen wappnen kann und was es zu beachten gilt.

Heiße Sommertage können Körper und Kreislauf stark beanspruchen. Hohe Temperaturen wirken sich nicht nur auf das allgemeine Wohlbefinden aus, sondern stellen insbesondere für ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen eine besondere Belastung dar. Die natürlichen Reaktionen des Körpers auf große Hitze haben Auswirkungen auf den gesamten Organismus. Das „Kühlsystem“ unseres Körpers ist besonders gefordert, bei hohen Temperaturen versucht es, uns durch verstärktes Schwitzen Linderung zu verschaffen. Dabei gehen nicht nur große Mengen an Flüssigkeit, sondern auch wichtige Mineralstoffe wie Natrium und Kalium verloren.

Den Organismus schonen und ihn gut behandeln
Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich die Hitze besser bewältigen und das Risiko hitzebedingter Beschwerden verringern:

  • Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust ausgleichen: Genug zu trinken und das Vorbeugen bzw. rechtzeitige Ausgleichen des Flüssigkeits- und Mineralstoffverlustes sind an heißen Tagen besonders wichtig. Am besten eignet sich Wasser, das regelmäßig und in kleinen Schlucken getrunken wird. „Erwachsene sollten täglich mindestens 1,5 bis zwei Liter trinken – an heißen Tagen oder bei körperlicher Anstrengung häufig auch mehr. Empfehlenswert ist es, regelmäßig zu trinken und nicht erst zu warten, bis man Durst spürt“, rät Dr. Alexander Vonbank, Oberarzt an der Abteilung für Innere Medizin am LKH Feldkirch. Zusätzlich können wasserreiche Lebensmittel wie Melonen oder Tomaten zur Flüssigkeitsversorgung beitragen. Bei stärkerem Flüssigkeits- oder Mineralstoffverlust sind – nach ärztlicher Empfehlung – auch Elektrolytlösungen sinnvoll.
    Mit einer Dehydration ist nicht zu spaßen: „Bei Anzeichen einer schweren Dehydratation – wie starker Benommenheit, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme – braucht es umgehend ärztliche Hilfe“, betont Vonbank.
  • Kühle Pausen und leichte Kost: Neben ausreichender Flüssigkeitszufuhr sollte der Körper entlastet werden: Ruhe, ein kühler und schattiger Aufenthaltsort sowie das Hochlagern der Beine können den Kreislauf stabilisieren. Leichte, helle Kleidung hilft dabei, den Körper vor Überhitzung zu schützen. Um den Körper möglichst wenig zu belasten, sollten direkte Sonneneinstrahlung und große Anstrengungen vermieden werden. Dr. Cordula Menjon, Kardiologin am LKH Bregenz, rät dazu, leichte Kost zu sich zu nehmen und auf Alkohol zu verzichten.
    Bei großer Hitze kann es zum Sonnenstich kommen: „Ein Sonnenstich entsteht durch ungeschützte und erhöhte Sonneneinstrahlung. Kopfschmerzen, Fieber und Schwindel sind die Folgen“, erklärt die Kardiologin. In so einem Fall sollte man sich sofort in die Kühle begeben, genügend trinken und die Temperatur mit fiebersenkenden Medikamenten und Wadenwickel senken. „Das Spital muss man bei einem klassischen Sonnenstich nicht aufsuchen – im Unterschied etwa zum Hitzschlag, der einen medizinischen Notfall darstellt.“
  • Vorsicht beim Sprung ins kalte Wasser: Wer sich beim Schwimmen und Baden erfrischen möchte, sollte beim Sprung ins kühle Nass Vorsicht walten lassen – gerade mit erhitztem Körper: „Erschrickt man dabei, kann es zu einer starken Aktivierung des Sympathikus kommen“, erklärt Dr. Wolfgang List, Oberarzt an der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am LKH Feldkirch. „Dadurch können Blutdruck und Herzfrequenz rasch ansteigen. Das kann Herzrhythmusstörungen verursachen, was besonders bei Risikogruppen einen Herzinfarkt auslösen kann.“
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