Reisen mit Privatjet

Personalchef an Regierung: Befolgt eigene Regeln!

Oberösterreich
26.07.2026 10:00

Wortreich machen sich Landesregierungsmitglieder regelmäßig für den schwächelnden Linzer Flughafen stark, in einem Manifest haben sie sich sogar dazu verpflichtet, Dienstreisen über ihn abzuwickeln. Nicht alle halten sich aber daran, was ihnen nun einen Rüffel vom Personalchef des Landes einbringt.

Wenn die Landespolitik beschließt, über vier Jahre insgesamt 36 Millionen Euro Steuergeld in die mau funktionierende Flugverbindung Linz-Frankfurt zu stecken; wenn sie ein Manifest aufsetzt, in dem sie sich selbst verpflichtet, internationale Geschäftsreisen über den Flughafen Linz abzuwickeln; wenn dann aber Regierungsmitglieder bei einer Delegationsreise erst recht mit dem Privatjet nach Polen fliegen – dann sorgt das, wie berichtet, für Empörung.

Architekturreise hat Nachspiel
Diese Reise einer 39-köpfigen Delegation der Bauinnung mit Markus Achleitner (ÖVP) und Manfred Haimbuchner (FPÖ) zum Thema Architektur hat jetzt auch landesintern ein Nachspiel.

(Bild: Krone KREATIV/APA/Barbara Gindl, Markus Wenzel)

In einem – der „Krone“ vorliegenden – Schreiben mit dem Betreff „Dienstreisen; Flugreisen; Manifest zum Linzer Flughafen; Künftige Vorgangsweise“ sendet der Chef der Personalabteilung des Landes OÖ, Florian Kirchstetter, einen Appell an jedes Mitglied der Landesregierung aus: Man möge sich doch bitte an das selbst initiierte Manifest halten und „künftig diese Flugreisen vom Flughafen Linz aus für die Abreise bzw. Anreise zu buchen“. Vorsichtiger Nachsatz: „(...), sofern dies nicht unmöglich oder sehr unwirtschaftlich wäre.“ Zur Sicherheit hat Kirchstetter dem Schreiben auch noch das erwähnte Flughafenmanifest beigefügt.

Landesbedienstete zu Linz verpflichtet
Der Hintergrund seines Schreibens: Delegationsreisen von Regierungsmitgliedern werden von deren Büros selbst gebucht. Die Reisen aller anderen Landesbediensteten werden aber über das Referat Reisestelle der Abteilung Personal abgewickelt – und die ist angehalten, den Flughafen Linz zu bevorzugen.

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