„Manifest“ zum Airport

Land und Stadt wollen nur mehr über Linz fliegen

Oberösterreich
05.06.2026 12:31
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Land Oberösterreich, Stadt Linz, Wirtschaftskammer (WKOÖ) und Industriellenvereinigung (IVOÖ) haben ein „OÖ. Flughafen-Manifest“ unterzeichnet, um die schwächelnde Verbindung Linz-Frankfurt zu pushen. Land und Stadt verpflichten sich darin, Dienstflüge möglichst via Linz durchzuführen.

Zudem will man mithilfe von WKOÖ und IVOÖ erreichen, dass „Betriebe die Nutzung der Linz-Frankfurt-Verbindung systematisch in ihre internen Mobilitäts- und Reiserichtlinien integrieren“. 

Künftig seien „Dienstreisen, die Flüge erfordern, nach Möglichkeit über den Flughafen Linz durchzuführen“, heißt es wörtlich in dem Manifest, über das am Freitag informiert wurde. Und: „Internationale Geschäftsreisen und Umsteigeverbindungen werden nach Möglichkeit über den Flughafen Linz abgewickelt.“ WKOÖ und IV OÖ sollen gezielt bei Mitgliedsbetrieben für die Nutzung der Verbindung Linz-Frankfurt werben. Zudem enthält das Papier u.a. ein Bekenntnis zu „gemeinsamen Standort- und Kommunikationsmaßnahmen“, um die Bedeutung der Strecke als Standortvorteil und für den Tourismus sichtbar zu machen, sowie ein regelmäßiges Monitoring der Auslastung.

Strecke wird öffentlich gefördert
Im Oktober war die Frankfurt-Verbindung von den Austrian Airlines (AUA) mangels Auslastung eingestellt worden. Nun bedient die dänische Fluggesellschaft DAT die Verbindung mithilfe von öffentlichem Geld – vorerst für die kommenden vier Jahre. Das Land leistet eine Anschubfinanzierung von maximal neun Millionen Euro pro Jahr, also in Summe 36 Millionen Euro, im Rahmen einer sogenannten Public Service Obligation (PSO). Auch für den Airport selbst mussten die Eigentümer Land und Stadt im Vorjahr einen Gesellschafterzuschuss von acht Millionen Euro lockermachen. Laut einem Prüfbericht des Landesrechnungshofs (LRH) wird der Flughafen bis 2035 zwischen 27,6 und 45 Millionen Euro zusätzlich benötigen. Die Anschubfinanzierung für die Frankfurt-Verbindung und Kosten zur Beseitigung zurückliegender Umweltschäden sind da noch nicht eingerechnet.

Ziel: „Dauerhaft eigenwirtschaftlich betreiben“
„Ziel dieses Schulterschlusses ist es, innerhalb der kommenden vier Jahre eine derart stabile Nachfrage und Auslastung zu erreichen, dass diese Verbindung dauerhaft eigenwirtschaftlich betrieben werden kann und künftig keine weiteren Zuschüsse des Landes Oberösterreich erforderlich sind“, erklärten Landeshauptmann Thomas Stelzer, Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner (beide ÖVP), Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ), WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer und IVOÖ-Präsident Thomas Bründl zu dem nun verabschiedeten Manifest.

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