In der ORF-Premiere von „Der Barcelona-Krimi: Absturz“ (22.25 Uhr, ORF 2) muss ein Mord im Partymilieu aufgeklärt werden. Das führt Kommissar Bonet in die Vergangenheit zurück und damit werden Geister hervorgeholt, die er längst vergessen glaubte.
Endlich geschafft! Marc Soler (Atheer Adel) eröffnet seinen eigenen Beach-Club am Strand von Barcelona und sieht das völlig zurecht als Grund, um ausgiebig zu feiern. Dazu lädt er seine alte Clique ein, mit der er schon früher rauschende Erlebnisse feierte. Bei Sofia (Edita Malovčić), Sergi (Nico Rogner), Alex (Christoph Gawenda) und Bruno (Daniel Blanqué) rennt der Schmäh und fließt der Schnaps – bis Fotograf Bruno tot aufgefunden wird. Das ist natürlich ein Fall für das etablierte Ermittlerpaar Xavi Bonet (Clemens Schick) und Kollegin Fina Valent (Anne Schäfer), die aber auch mit eigenen Problemen zu kämpfen haben. Valent mit veränderter Familiensituation und der Zuneigung zu Chef Miguel (Alexander Beyer), Bonet hingegen kennt Sofia besser als vermutet und zweifelt zunehmend an seiner eigenen Fähigkeit, als Polizist das Richtige zu tun.
Das Vorhaben, einen vorwiegend deutschen Cast zum Teil als Spanisch zu verkaufen, war schon von Anfang an wagemutig. In diesem achten von zehn Teilen (die Reihe wurde 2025 abgesetzt) versucht der Regisseur Andreas Herzog, Handlung und Inszenierung in eine Art Film Noir zu rücken, scheitert dabei aber an der Durchschnittlichkeit der schauspielerischen Leistungen und an einer zuweilen an den Haaren herbeigezogenen Handlung, die immer wieder Logiklücken aufweist. Die Rolle als Femme fatale wird bis ins letzte Detail ausgereizt und wirkt bei Malovčić im Spiel mehr erzwungen als mit Freude gespielt. Der sonst recht souveräne Clemens Schick scheitert an der Darstellung einer bunten Emotionspalette und wirkt in den schwierigen Momenten unglaubwürdig und statisch.
Dazu versucht Herzog mit düsterer Kameraführung eine Art von mystischer Spannung zu erzeugen, die in der Realität aber am schwachen Handlungsbogen scheitert. „Der Barcelona-Krimi: Absturz“ vergisst zudem auch darauf, das Lokalkolorit zu nutzen und hätte so auch auf Sylt gedreht werden können. Das geht besser – und wurde von den Machern und Hauptdarstellern auch schon oft bewiesen.
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