Die Energie Steiermark hat erst mit Anfang Juni ihre Strompreise gesenkt. Diese könnten langfristig günstig bleiben, wenn man sich rechtzeitig an der Strombörse eindeckt, meint die KPÖ. Was das Unternehmen dazu sagt.
Werner Murgg (KPÖ) fiel im steirischen Landtag immer wieder damit auf, dass er sich intensiv mit Energie-Thematiken auseinandergesetzt hat – sogar FPÖ-Landeshauptmann Mario Kunasek würdigte das einmal in einer Sitzung. Eineinhalb Jahre nach seinem Ausscheiden rückte Murgg das Thema mit dem neuen KPÖ-Abgeordneten Alexander Melinz wieder in den Fokus, insbesondere die landeseigene Energie Steiermark.
So fordern die beiden Kommunisten eine Neugestaltung der 2001 fixierten „Südpolverträge“ mit dem Verbund: Damals wurden alle Kraftwerke der einstigen Steweag und Steg an den Verbund abgetreten, dafür erhielt man eine Beteiligung an der Verbund Wasserkraft (5,31 Prozent) und vergünstige Strompreise von 2,1 Terawattstunden Strom pro Jahr. Das gehe weit über den Stromverbrauch der steirischen Haushalte hinaus, die Beteiligung sei daher eine „Geldmaschine“ für die Energie Steiermark, so Melinz und Murgg.
„Menschen brauchen endlich Preisgarantie“
Die Energie Steiermark würde zudem ihrer Ansicht nach die Möglichkeit, jetzt an der Strombörse in Leipzig günstigen Strom für viele Jahre, vielleicht sogar bis 2032, einzukaufen, nicht nutzen. „Noch den enormen Belastungen der vergangenen Jahre brauchen die Menschen endlich eine Preisgarantie statt befristeter Preissenkungen“, meint Melinz.
Die Energie Steiermark kontert auf Anfrage der „Krone“: „Wir haben Trading-Experten, die sich immer mit günstigen Möglichkeiten beschäftigen und eine langfristige Perspektive einnehmen.“ Noch wichtiger als der Preis sei aber die Frage, wann wie viel Strom benötigt wird – durch die erneuerbaren Energien sind die Schwankungen groß. Der Landesrechnungshof habe der Einkaufsabteilung in seinem Prüfbericht ein gutes Zeugnis ausgestellt. „Wir laden die KPÖ sehr gerne zu einem Austausch mit unseren Experten ein.“
Kartellrechtliche Beschwerde wegen Fernwärme
Auch das Thema Fernwärme beschäftigt Murgg: Er regt an, das Potenzial des Kraftwerks Mellach noch stärker zu nutzen. Murgg hat auch eine kartellrechtliche Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde eingebracht: Es geht um eine „Quasi-Monopolstellung“, welche die Energie Steiermark gegenüber der Energie Graz beim Thema Fernwärme einnimmt.
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