Tirols IV-Boss Kloger:

„Wirrwarr bei Kompetenzen bremst Investitionen“

Tirol
21.07.2026 19:00

Die kurzfristige Verbesserung in der Tiroler Industrie reicht nicht für eine nachhaltige Erholung aus. Der IV-Boss hierzulande fordert Strukturreformen ein und warnt vor einer weiteren Deindustrialisierung.

Deutlich verbessert haben sich die Geschäftslage, der Auftragsbestand sowie die Aufträge im Ausland in der Tiroler Industrie. Jubelstimmung kommt deswegen aber nicht auf, ganz im Gegenteil: Der Geschäftsklimaindex stürzte im zweiten Quartal von 33 auf 24 Punkte ab. Zu tun hat das vor allem mit den Erwartungen hinsichtlich der Zukunft.

Nur noch 22 Prozent der Betriebe erwarten in den kommenden drei Monaten eine steigende Produktion. Im ersten Quartal waren es noch 48 Prozent. Unterdessen rechnen 70 Prozent (+19) mit einer stabilen Entwicklung, während acht Prozent (+7) einen Produktionsrückgang erwarten.

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Hohe Abgaben auf Arbeit, jahrelange Verfahren und ein Kompetenzwirrwarr zwischen Bund, Ländern und Gemeinden, der Reformen verzögert, bremsen die Investitionen.

Max Kloger

Nur 15 Prozent rechnen mit guter Lage
Dementsprechend rechnen für das kommende halbe Jahr auch nur noch 15 Prozent (-28) mit einer guten Geschäftslage, weitere 79 Prozent (+23) mit einer durchschnittlichen und sechs Prozent (+5) mit einer schlechten Entwicklung.

Laut der Tiroler Industriellenvereinigung (IV) „trauen die Unternehmen der jüngsten Verbesserung noch keine Dauer zu, weswegen sie ihre Kapazitäten weitgehend konstant halten“.

Für den IV-Boss sind die Ursachen hausgemacht
Für den Präsidenten der IV hierzulande, Max Kloger, sind die Ursachen hausgemacht: „Hohe Abgaben auf Arbeit, jahrelange Verfahren und ein Kompetenzwirrwarr zwischen Bund, Ländern und Gemeinden, der Reformen verzögert, bremsen die Investitionen.“ Das Land brauche tiefgreifende Strukturreformen – wie ein langfristig finanzierbares Pensionssystem, eine effizientere Verwaltung und klare Zuständigkeiten im Föderalismus.

Passiere dies nicht, warnt der IV-Boss vor einer Fortsetzung der Deindustrialisierung. Schon in den vergangenen Jahren habe Tirol hunderte Industriearbeitsplätze verloren.

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