Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer moderneren Murtalbahn: Der Bund sichert seine Mitfinanzierung des Millionenprojekts zu. Die Strecke wird elektrifiziert, die Fahrzeit verkürzt sich dadurch deutlich. Die Umsetzung wird allerdings noch Jahre dauern.
Seit Langem wird um eine Modernisierung der Murtalbahn zwischen Unzmarkt (Steiermark) und Tamsweg (Salzburg) gerungen, vor allem für die Region Murau ist die 66 Kilometer lange Strecke eine wichtige Verkehrsader. Zwischenzeitlich war eine innovative Wasserstofflösung im Gespräch, sie wurde aber als zu teuer ad acta gelegt. Im Fokus steht seitdem die Elektrifizierung der Strecke – und diese ist nun einen großen Schritt näher gekommen.
Wie SPÖ-Mobilitätsminister Peter Hanke am Freitag mitteilte, stockt der Bund sein Investitionsprogramm für Privatbahnen auf und ist bereit, 30 Prozent der Kosten für neue, elektrisch betriebene Fahrzeuge zu übernehmen. „Damit schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass die Ausschreibung bald starten kann“, betont Hanke. Fünf Triebwagen wird die Steiermarkbahn als Betreiber kaufen.
Mit dieser Zusage schaffen wir die Voraussetzung für ein Projekt, das für den gesamten Bezirk Murau von großer Bedeutung ist.

Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ)
Bild: Martin A. Jöchl
Gemeinsame Anschaffung mit Tirol und Salzburg
Die Anschaffung erfolgt gemeinsam mit der Zillertalbahn in Tirol und der Pinzgauerbahn in Salzburg. Alle drei brauchen Schmalspurfahrzeuge mit einer Spurweite von 760 Millimetern, der Markt dafür ist klein. Gemeinsam sollen 17 Triebwagen gekauft werden, was auch Kostenvorteile bringt.
„In den nächsten Jahren werden die notwendigen Verfahren abgewickelt werden“, berichtet FPÖ-Verkehrslandesrätin Claudia Holzer. Es wird also dauern, bis die Strecke tatsächlich unter Strom steht. In Summe muss die Steiermark nach derzeitigen Planungen 169 Millionen Euro für die Fahrzeugbeschaffung, Elektrifizierung und Adaptierung der Werkstätten aufbringen – kürzlich gab es einen Grundsatzbeschluss der Landesregierung. Auch das Land Salzburg muss (in geringerem Ausmaß) dazuzahlen.
Mit der nun erfolgten Zusage kann das Leuchtturmprojekt Dekarbonisierung der Murtalbahn weiter vorangetrieben werden.

Verkehrslandesrätin Claudia Holzer (FPÖ)
Bild: Christian Jauschowetz
Zwölf Minuten schneller am Ziel
Die Fahrtzeit zwischen Murau und Unzmarkt soll von aktuell 36 auf 24 Minuten verkürzt werden. Davon profitieren neben Pendlern vor allem Schüler. „Durch die verkürzte Fahrzeit kann die Murtalbahn künftig besser in den österreichischen Fahrplan eingebunden werden“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom (ÖVP), die in Murau zu Hause ist.
Landesrätin Holzer bedankt sich, genauso wie Landeshauptmann Mario Kunasek, bei Minister Hanke, „der stets ein offenes Ohr für steirische Verkehrsangelegenheiten hat“. Erfreut zeigt sich auch die SPÖ, etwa der aus Spielberg stammende Verkehrssprecher im Nationalrat, Wolfgang Moitzi: „Die Murtalbahn kommt mit diesen Investitionen endlich im 21. Jahrhundert an.“ Der steirische SPÖ-Chef Max Lercher drängt auf eine rasche Umsetzung des Projekts.
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