Schönste Wanderrouten

Am wilden Wasser entlang nach Lech

Vorarlberg
17.07.2026 16:35

Entlang des Zürsbachs führt ein leicht begehbarer Wanderweg durch die hochalpine Landschaft. Es ist eine Wanderung ohne große körperliche Herausforderungen, dafür mit viel Naturgenuss.

Der Weg von der Ortschaft Zürs nach Lech am Arlberg ist eine beliebte Winterwanderroute, sofern keine Lawinengefahr herrscht. Auch im Sommer ist dies eine landschaftlich reizvolle Strecke, die noch dazu für fast alle Fitnesslevels geeignet ist. Startpunkt ist direkt bei der Bushaltestelle „Seekopfbahn“, wo eine Brücke über den Zürsbach führt. Auf der gegenüberliegenden Uferseite startet der Pfad über „Wiesele“ nach Lech.

Tipps und Infos

Typ: einfache und körperlich wenig herausfordernde Wanderung durch hochalpines Gebiet
Startpunkt: Bushaltestelle Seekopfbahn in Zürs
Dauer: knappe zwei Stunden (einfache Strecke) Ausrüstung: Schuhe mit guter Profilsohle, dem Wetter angepasste Kleidung, Tagesrucksack mit Getränk und Snack. Derzeit besonders wichtig: nicht auf den Sonnenschutz vergessen!
Einkehrmöglichkeiten: sind in Lech auch im Sommer in großer Zahl vorhanden
Öffentliche Verkehrsmittel: Mit dem Zug bis zum Bahnhof Langen am Arlberg, anschließend geht es mit der Buslinie 750 bis zur Haltestelle Zürs Seekopfbahn 

Die Strecke verläuft meist parallel zum Wildbach, der sich über weite Abschnitte natürlich und unverbaut durch sein steiniges Bachbett schlängelt. Es handelt sich um eine leichte Wanderung, ohne nennenswerte Höhenunterschiede. Dennoch bietet der Pfad ein schönes landschaftliches Erlebnis, da er mitten durch hochalpines Gebiet führt – das Örtchen Zürs liegt bereits auf rund 1717 Meter Seehöhe.

Eine markante, ungezähmte Schlucht
Der Weg leitet zunächst zum Biomasseheizwerk am nördlichen Ortsrand, wo die Straße gequert wird, bevor es auf einem schmalen Pfad weitergeht. Das Wasser des Zürsbachs kommt vom Gebiet um den Flexenpass und fließt von Süden nach Norden durch das Zürser Tal. Bevor der wilde Bergbach schließlich im Gemeindegebiet von Lech auf Höhe des Ortsteils Omesberg in den Oberen Lech mündet, schneidet er sich tief in das Gestein ein und bildet in seinem untersten Abschnitt eine markante, ungezähmte Schlucht aus.

Doch das Gewässer ist nicht nur ein ökologisches Juwel, sondern spielt auch eine wichtige Rolle in der regionalen Infrastruktur und dient als „grüne“ Energiequelle. Das Kleinwasserkraftwerk Zürsbach nutzt seit Anfang 2023 die Kraft des wilden Wassers und erzeugt jährlich rund sieben Millionen Kilowattstunden Strom. Damit werden bilanziell etwa 15 Prozent des gesamten Strombedarfs der Gemeinde Lech abgedeckt.

In seinem untersten Abschnitt hat sich der Zürsbach tief in das Gestein eingeschnitten und eine ...
In seinem untersten Abschnitt hat sich der Zürsbach tief in das Gestein eingeschnitten und eine Schlucht geformt.(Bild: Rubina Bergauer)
Wollgrad auf einer Feuchtwiese.
Wollgrad auf einer Feuchtwiese.(Bild: Rubina Bergauer)

Bei Starkregen oder Schneeschmelze birgt der Wildbach aber gleichzeitig Gefahren, da er große Mengen an Geröll mitreißt. Um die Tiefenerosion einzudämmen und die Unterspülung von Ufermauern im Ortsgebiet von Lech zu verhindern, führt die Wildbach- und Lawinenverbauung kontinuierlich Sanierungs- und Schutzprojekte durch. Glücklicherweise gibt es nach wie vor mehrere Abschnitte, an denen Zürsbach seinem natürlichen Lauf folgen kann.

Bewimperte Alpenrose

Die bewimperte Alpenrose zählt zu den auffälligsten Blütensträuchern der Alpen und gehört zur Gattung Rhododendron. Die Pflanze ist auch unter den Namen Almrausch und Steinrose bekannt. Mit ihren leuchtend rosaroten bis purpurfarbenen Blüten verwandelt sie zwischen Juni und Juli felsige Berghänge und lichte Bergwälder in farbenprächtige Landschaften. Ihren deutschen Namen verdankt die Art den feinen, abstehenden Wimpernhaaren am Blattrand – ein Merkmal, das sie von der ähnlich aussehenden Rostblättrigen Alpenrose unterscheidet. Die immergrüne Pflanze wächst bevorzugt auf kalkreichen Böden und ist daher vor allem in den Kalkalpen weit verbreitet. Als Zwergstrauch wird die Art zwischen 30 bis 100 Zentimeter hoch und bildet mit der Zeit dichte Bestände. Die bewimperte Alpenrose ist bestens an das raue Hochgebirgsklima angepasst: Ihre ledrigen, immergrünen Blätter verringern den Wasserverlust und ermöglichen es der Pflanze, auch nach langen, schneereichen Wintern rasch wieder mit der Photosynthese zu beginnen. Trotz ihrer Schönheit sollte man die Alpenrose nicht unterschätzen: Wie alle heimischen Rhododendren enthält sie Giftstoffe. 

Die bewimperte Alpenrose ist bestens an das raue Hochgebirgsklima angepasst.
Die bewimperte Alpenrose ist bestens an das raue Hochgebirgsklima angepasst.(Bild: Rubina Bergauer)

Ein einzigartiges Alpenpanorama
Aktuell ist der Wasserstand aufgrund der Hitzeperiode allerdings überaus niedrig. Das Rauschen des Wildbachs begleitet einen dennoch entlang der Route, es geht über schmale Wiesenpfade und weichen Waldboden, während links und rechts die markanten, felsigen Gipfel der Lechtaler Alpen und des Lechquellengebirges emporragen. Je weiter man dem Bachlauf talauswärts folgt, desto sanfter wird das Gefälle, die Landschaft öffnet sich spürbar und gibt den Blick frei auf Alpwiesen, auf denen die Kühe weiden. Allmählich wird die Vegetation dichter und erste Schatten spendende Bäume säumen den Pfad, bis der Uferweg schließlich kurz vor dem Heizwerk in Lech ausläuft, von wo aus ein gemütlicher Spaziergang direkt in das belebte Ortszentrum führt. Nach einer gemütlichen Einkehr kann man entweder mit dem Bus retour fahren oder wieder über denselben Weg zurückwandern.

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