„Anstiftung zum Hass“
Bibel in Hagia Sophia: Paar in Internierungslager
Ein Touristenpaar wurde in Istanbul in der Hagia Sophia festgenommen, weil es dort in der Bibel gelesen haben soll. Die russischen Staatsbürger wurden in ein Migranteninternierungslager verlegt, wo sie bis zum Abschluss der Verwaltungsverfahren in Haft bleiben.
Die beiden waren am Montag von der Polizei aus dem Gebäude eskortiert und festgenommen worden, meldete Kathpress. Sie stehen im Verdacht, gegen Artikel 216 des türkischen Strafgesetzbuches verstoßen zu haben, der den Straftatbestand der „Anstiftung zum Hass“ betrifft.
Nach türkischem Recht darf die Verwaltungshaft von Ausländern sechs Monate nicht überschreiten, kann jedoch um weitere sechs Monate verlängert werden, wenn die Abschiebung aufgrund fehlender Dokumente oder mangelnder Kooperation des Inhaftierten nicht abgeschlossen werden kann.
„Symbol der Eroberung“
Unterdessen sorgte dieser Tage auch ein Social Media-Beitrag des türkischen Kulturministers Mehmet Nuri Ersoy für Empörung in der orthodoxen (griechischen) Welt. Anlässlich des 6. Jahrestags der Wiedereröffnung der Hagia Sophia als Moschee sprach er von einem „Symbol der Eroberung“. Er erinnerte an den „historischen Tag“, an dem die Hagia Sophia mit der Unterschrift des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wieder für den Gottesdienst geöffnet wurde. Damit sei ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen.
„In der Hagia Sophia, dem Symbol der Eroberung und dem einzigartigen Erbe von Sultan Mehmed dem Eroberer, führen wir mit größter Sorgfalt die umfangreichsten Restaurierungsarbeiten in der Geschichte der Republik Türkei durch, um dieses heilige Erbe für künftige Generationen in seiner ursprünglichen Form zu bewahren“, schrieb Ersoy.








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