Prozess wegen Gewalt

Auf Harmonie folgte Albtraum für Tirolerin

Tirol
16.07.2026 05:00

Eine Tirolerin (22) hatte nach einer anfänglich intakten Beziehung immer schlimmer unter der Gewalt ihres Freundes zu leiden, der Hintergrund war offenbar seine grenzenlose Eifersucht. Nun kam es am Landesgericht Innsbruck zum Prozess.

Eine dreijährige Beziehung, die laut übereinstimmender Schilderung so harmonisch begann, wurde für die Frau (22) nach und nach zum Albtraum. Das Ende war am Mittwoch ein Prozess wegen fortgesetzter Gewalt bis hin zur Vergewaltigung. „Bereits nach einem Monat wurde er zunehmend aggressiv, zuerst aber nur verbal“, sagte sie im Rahmen ihrer aufgezeichneten Einvernahme unter Tränen.

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Bereits nach einem Monat wurde er zunehmend aggressiv, zuerst aber nur verbal.

Das Opfer beim Prozess

Viele gewalttätige Episoden – und leider noch mehr
Nach Worten seien Schläge dazugekommen, zuerst mit der flachen Hand, dann auch mit der Faust. Zudem soll der 33-Jährige seine deutlich jüngere Freundin mit einem Messer bedroht, ihr im Rausch wutentbrannt Gegenstände gegen den Kopf geworfen oder sich einmal sogar sexuell an ihr vergangen haben.

In der U-Haft viel Zeit zum Nachdenken
Grund: Rasende Eifersucht sowie „mangelnde Impulskontrolle“, wie der Angeklagte, der sich vollumfänglich schuldig bekannte, zu Protokoll gab. „Es tut mir alles sehr leid und ich wünsche ihr alles Glück der Welt“, sagte er beim Prozess geknickt und reumütig. Er habe in der U-Haft seit Ende April genügend Zeit gehabt, „zu reflektieren“. Zuvor hatte sich der Verwaltungsangestellte nicht geständig gezeigt, alles beschönigt.

Richter Norbert Hofer saß dem Schöffensenat vor.
Richter Norbert Hofer saß dem Schöffensenat vor.(Bild: Christof Birbaumer)

Zweistündige Aussagen der Frau vorgespielt
Trotz des umfassenden Geständnisses vor Gericht wollte die Opfervertreterin nicht auf das Vorspielen der über zwei Stunden dauernden kontradiktorischen Einvernahme der Frau verzichten. Dies deshalb, weil ihre Mandantin gesagt habe, dass sich der 33-Jährige „bei der Verhandlung sicher im besten Licht darstellen möchte“. Dem kam Richter Hofer auch nach.

Gegen Mittag fiel dann das bereits rechtskräftige Urteil des Schöffensenats. Der Mann muss zweieinhalb Jahre unbedingt in Haft sowie 5000 Euro an sein Opfer bezahlen. 2500 Euro hatte er bereits zuvor überwiesen.

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