Finanzen, Regierung

Rubio kontrolliert Venezuela über WhatsApp

Außenpolitik
13.07.2026 17:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

US-Außenminister Marco Rubio kontrolliert Venezuelas Finanzen, die Verteilung von Ressourcen sowie die Regierung des Landes – und das alles nur über WhatsApp. Das bestätigten jetzt mehrere Quellen aus dem Umfeld der Regierungen in Washington und Caracas.

Wie die „New York Times“ berichtete, versorgt das Weiße Haus Venezuela wöchentlich mit einem bestimmten Taschengeld. Wofür diese Gelder ausgegeben werden und von wem, bestimmen US-Außenminister Marco Rubio und sein Team. Laut dem Bericht steht er in engem Kontakt mit Venezuelas neuer Präsidentin Delcy Rodríguez und ist in die täglichen Abläufe im Land eingebunden.

Der entmachtete Präsident Nicolás Maduro soll direkt nach seiner Entführung Rodriguez angerufen haben. Sie habe die Wahl bekommen, ob sie mit den USA zusammenarbeiten wolle, oder ob es einen großangelegten Angriff auf die Infrastruktur, militärische Stützpunkte oder hochrangige Amtsträgerinnen und Amtsträger gebe, heißt es in Berichten. Nach einigen Verhandlungen habe sie dann der Zusammenarbeit zugestimmt.

Venezuelas Präsidentin Delcy Rodríguez
Venezuelas Präsidentin Delcy Rodríguez(Bild: AFP/PEDRO MATTEY)

Geburtstagsgrüße und Tratsch in Spanisch
Laut „New York Times“ tauschen Rubio und Rodríguez auf WhatsApp auch Geburtstagsgrüße, Selfies und Tratsch in Spanisch aus. Hintergrund sei aber ein starkes Abhängigkeitsverhältnis. Rodríguez sei auf die US-Gelder angewiesen, um die Bezahlung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten und die venezolanische Landeswährung zu stabilisieren. Darüber hinaus verhelfe der Schutz des US-Finanzministeriums, Einnahmen zu generieren, ohne ausstehende Schulden in Millionenhöhe an Gläubigerinnen und Gläubiger zurückzahlen zu müssen.

Im Gegenzug erhält das US-Finanzministerium die Einnahmen aus den meisten Exporten Venezuelas und leitet sie dann über das venezolanische Bankensystem an den südamerikanischen Staat weiter. Rubio und sein Team überwachen die Umsetzung der US-Sanktionen gegen Venezuela und entscheiden, wer im Land Geschäfte tätigen darf und unter welchen Bedingungen. Der Zugang für US-Unternehmen wurde verbessert. Rodríguez stimmt außerdem wichtige Regierungsernennungen, wie beispielsweise die des Verteidigungsministers, mit Rubio ab.

Opposition kritisiert fehlende demokratische Grundlage
Die Demokratische Partei kritisiert, dass die USA Venezuela ohne demokratische Legitimität regieren, wobei große Teile von Maduros Machtapparat weiterhin bestehen bleiben. Rubio sagt wiederum, die Wirtschaft wieder aufbauen und das Land stabilisieren zu wollen. Danach werde ein Übergang zur Demokratie geschaffen.

Wie berichtet, wurden Maduro und seine Ehefrau Anfang Jänner 2026 von US-Streitkräften festgenommen und nach New York gebracht. Die Aktion war monatelang von der Trump-Regierung geplant worden. Maduro soll aus der Sicht der USA sein Amt durch Wahlmanipulation erlangt und dafür genutzt haben, Tausende Tonnen Kokain in die Vereinigten Staaten zu transportieren.

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