Mit Adolf „Adi“ Ehrentraud verliert Niederösterreich einen seiner bedeutendsten Kulturvermittler. Der Gründer der Internationalen Ignaz Josef Pleyel-Gesellschaft starb am 9. Juli wenige Monate vor seinem 81. Geburtstag.
Mehr als vier Jahrzehnte kämpfte er mit Herzblut und unermüdlichem Idealismus dafür, den beinahe vergessenen Komponisten Ignaz Joseph Pleyel wieder ins Bewusstsein der Menschen zu rücken.
Pleyel, geboren im Tullnerfelder Ort Ruppersthal, Bezirk Tulln, war zu Biedermeierzeiten einer der bedeutendsten Komponisten, Musikverleger und Klavierbauer Europas. Dass Pleyel heute auch in seiner Heimat wieder präsent ist, ist vor allem Adi Ehrentraud zu verdanken. Er gründete die Internationale Ignaz Josef Pleyel-Gesellschaft, initiierte das Museum im Geburtshaus des Komponisten und schuf mit dem Pleyel-Kulturzentrum einen internationalen Treffpunkt für Musiker, Wissenschaftler und Musikfreunde. Legendär war sein rund zweieinhalbjähriger Einsatz, um ein historisches Pleyel-Klavier aus Paris nach Ruppersthal zu holen.
„Visionär, Antreiber und Freund“
Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde Ehrentraud unter anderem vom damaligen Landeshauptmann Erwin Pröll mit dem Berufstitel Professor ausgezeichnet. Für seine Wegbegleiter war „Adi“ weit mehr als ein Organisator. Er war Visionär, Antreiber und Freund – einer, der nicht fragte, ob etwas möglich ist, sondern alles daransetzte, es möglich zu machen. Seine Begeisterung für Musik war ansteckend, sein Einsatz unermüdlich.
Danke, Adi. Dein Einsatz für Ruppersthal, für Pleyel und Deine Liebe zur Musik werden unvergessen bleiben.
Doris Kitzmantel, Leiterin der Pleyel-Gesellschaft
Erst vor Kurzem hatte Ehrentraud die Leitung der Pleyel-Gesellschaft an die Pianistin Doris Kitzmantel übergeben. Sein Lebenswerk bleibt damit in guten Händen. Sein Geist aber wird in Ruppersthal weiterleben – bei jedem Konzert, in jeder gespielten Pleyel-Komposition und in den Erinnerungen all jener, die ihn kennenlernen durften.
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