Projekt im Gespräch

Wohnbauten auf Brachland erhitzen weiter Gemüter

Niederösterreich
08.07.2026 16:00

Es ist die Hitze des Sommers, die sich auf ein Grundstück am Ortsrand von Felixdorf, Bezirk Wiener Neustadt, legt. Es ist die Hitze der Diskussionen rund um ein Verbauung mit 300 Wohneinheiten, die sich zwischen den Parteien breit macht. Denn trotz Volksbefragung könnte es nun doch konkreter werden.


Die FPÖ rund um Gemeinderat Michael Strnad wettert in einer Aussendung, dass die Volksbefragung von Juni 2025 missachtet werde und bereits konkrete Pläne am Tisch liegen würden. 
61 Prozent sprachen sich damals gegen neuen Wohnraum auf dem rund drei Hektar großem Grundstück entlang der ehemaligen B17 – zwischen Supermarkt und Autohändler – aus. 
Der Beschluss für die Anhörung der Einwohner wurde zuvor einstimmig im Felixdorfer Gemeinderat gefällt. Und zwar unmittelbar nachdem die ÖVP mit der Initiative „Felixdorf statt Felixstadt“ 700 Unterschriften gegen das Projekt im Gemeindeamt vorlegte.

Bausperre bis Ende 2026
SPÖ-Ortschef Andreas Hueber beschwichtigt – zumal es bis Ende des Jahres noch eine Bausperre auf besagtem Gebiet gäbe und alles erst vom Land NÖ geprüft werden müsse. Keinesfalls würden die besagten 300 Wohneinheiten auf einmal errichtet werden. 
Fakt ist jedoch, dass der Bürgermeister im Gespräch ist: mit dem Grundeigentümer, der Siedlungsgenossenschaft Frieden, und mit den anderen Parteien.

30 Wohneinheiten pro Jahr
Noch könne man seitens der Gemeinde mitreden und Rahmenbedingungen kundtun. „Pro Jahr sollen nur 30 Einheiten errichtet werden und das über einen Zeitraum von zehn Jahren. Außerdem brauchen wir dort Nahversorgung und ein Ärztezentrum.

Neue Wohnungen im Ortszentrum vergeben 
Dass eine Einkaufsmöglichkeit und leistbarer Wohnraum in der knapp 4600-Einwohner-zählenden Gemeinde gefragt sind, zeigt sich bei einem aktuellen Bauprojekt mitten im Ortszentrum. 
Hier errichtet die GEWOG Arthur Krupp einen modernen und größeren Supermarkt als bisher. Die 17 Genossenschaftswohnungen darüber waren fast ein Jahr vor Fertigstellung alle vergeben.

Land NÖ prüft, Gemeinderat muss genehmigen
Zurück zum angedachten Projekt an der Peripherie: Bevor es los geht, bedarf es einer Prüfung des Landes NÖ und dann einer öffentlichen Auflegung, um etwaige Einsprüche der Bevölkerung zu sammeln. Das ist nicht alles, denn „Jeder neue Bauabschnitt bedarf der Zustimmung des Gemeinderates“, so Hueber.

Ausreichend Betreuungsplätze für Kinder
Er betont, dass es nach dem Ausbau von Volksschule und Kindergärten nun ausreichend Plätze geben – und das bei „stark rückläufigen Kinderzahlen“ im Ort. 
Bürgermeister Hueber stellt noch eine weitere Rechnung auf: „Jeder neue Einwohner bringt mir 1000 Euro an Kommunalsteuer im Jahr.“

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