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23.09.2014 16:08

"Alien Isolation": Segas Horror-Hit angespielt

Nach dem eher durchwachsenen "Colonial Marines" will Sega mit dem neuen "Alien Isolation" endlich wieder richtig das Fürchten lehren. Als Tochter von "Alien"-Star Ellen Ripley arbeitet sich der Spieler im neuesten "Alien"-Game durch die Gänge der verlassenen Handelsstation Sevastopol, um das Rätsel um das Verschwinden der Mutter zu klären. Allerdings ist Amanda Ripley nicht allein…

Das schwant dem Spieler spätestens, wenn er beim Erkunden der teils blutverschmierten Gänge von Sevastopol die ersten menschlichen Leichen mit Loch in der Brust und angebissenem Kopf entdeckt und sich unweigerlich die Frage stellen muss, ob er vielleicht das nächste Opfer sein wird. Die Kratzgeräusche aus den Lüftungsschächten tragen dabei nicht wesentlich zur Entspannung bei.

Survival-Horror alter Schule
"Alien Isolation" ist ein Survival-Game der alten Schule. Die Lebensenergie ist begrenzt, die Munition knapp. Bei Verwendung der Taschenlampe heißt es, auf den Ladestand der Batterien zu achten, damit man dem mordenden Geschöpf an Bord nicht ohne Licht gegenübersteht. Wobei: Licht hilft dem Spieler in "Alien Isolation" auch nichts gegen das Monster, das ihn verfolgt.

Es hat nämlich nichts mit den Aliens aus dem letzten "Alien"-Game zu tun, die zwar zahlreich und flink, am Ende aber nichts weiter als schleimiges Kanonenfutter waren. Vielmehr entspricht es jenem Xenomorph, der auch im legendären Horrorfilm "Alien" von Ridley Scott Angst und Schrecken unter einer kleinen Schar von Raumfahrern verbreitet. Es ist groß, intelligent, blutrünstig, schnell – und hungrig.

Gegen das Alien ist kein Kraut gewachsen
Wer jetzt meint, "Alien Isolation" sei angesichts der Tatsache, dass man es nur mit einem einzigen Alien zu tun hat, ein Spaziergang, der irrt. Gegen den Xenomorph kann der Spieler nämlich nur wenig bis gar nichts ausrichten, die Bestie verfolgt ihn während des gesamten Spiels. Die wenigen Kugeln, die man hat, ins gut gepanzerte Alien zu pumpen: Zeitverschwendung. Den Elektroschocker gegen das unheimliche Wesen einzusetzen: sinnlos.

Tatsächlich gibt es im Grunde nur eine effektive Methode, um zu überleben: schleichen, sich verstecken – und das Alien ablenken, wenn es zu nah herankommt. Damit der Xenomorph zumindest nicht völlig unerwartet vor Amanda Ripley steht, verfügt sie über den "Alien"-typischen Bewegungsmelder, der alle sich bewegenden Lebewesen im näheren Umkreis anzeigt. Das Problem: Steht das Alien hinter der nächsten Ecke einfach nur da, schlägt das Gerät nicht an und es kommt zum bösen Erwachen.

Reichlich Schockmomente vorprogrammiert
Konkret sieht das dann üblicherweise so aus, dass der Spieler beim Schleichen plötzlich unverhofft vor dem Monster steht, vor der Konsole einen verzweifelten Schrei ausstößt, die virtuellen Beine in die Hand nimmt – und beim Weglaufen mit dem Bild eines sich durch seinen Brustkorb bohrenden Alienschwanzes oder eines sich über sein Gesicht beugenden Kiefers ins "Spiel laden"-Menü komplimentiert wird.

Das passiert gerade zu Beginn recht häufig – auch weil das Alien keinen vorgegebenen Routen folgt und man dadurch im Grunde immer mit seinem Erscheinen rechnen muss. Zum Glück sind die Speicherpunkte unserem Ersteindruck nach fair verteilt und in ausreichender Anzahl vorhanden. Nett: Auch wenn man mit Waffen wenig gegen das Alien ausrichten kann, enthält das Game doch ein Crafting-System, mit dem nützliche Gegenstände wie die Schallgranate hergestellt werden können, die bei der Flucht vor dem Alien zumindest ein wenig helfen.

Alles in allem hat "Alien Isolation" beim Probespielen einen ziemlich fesselnden Eindruck hinterlassen. Die Ressourcenknappheit in Kombination mit der unheimlichen Geräuschkulisse und der beklemmenden Monotonie der Gänge und der permanenten Gefahr durch den Außerirdischen sorgt trotz eher spärlich gesäter Action für ein Gefühl der permanenten Anspannung. Und nichts anderes erwarten wir uns von einem Game, das den Überlebenskampf auf einer verlassenen Raumstation zum Thema hat.

Atomsphärische Grafik und Gänsehaut-Sound
Zum insgesamt vielversprechenden Gesamteindruck tragen auch Grafik und Sound bei. Optisch weiß "Alien Isolation" in der angespielten PS4-Version mit scharfen Texturen, gelungenen Licht- und Schatteneffekten und einem insgesamt sehr stimmigen Grafikdesign zu gefallen. Es ist zwar zu befürchten, dass die Abwechslung in den Gängen und Räumen der Raumstation Sevastopol ein wenig auf der Strecke bleibt. Das bisher Gesehene passt jedoch atmosphärisch sehr gut ins "Alien"-Universum.

Zum stimmigen Horror-Feeling trägt auch die Soundkulisse bei. Segas Sounddesigner haben für "Alien Isolation" im Audio-Fundus des ersten "Alien"-Streifens gegraben und die Klänge aus dem Film gekonnt ins Spiel verfrachtet. Das Scharren von Alien-Klauen in Lüftungsschächten, die unheimlichen Laute des Extraterrestrischen – nicht nur die düstere Optik und das beklemmende Gameplay, sondern auch die bedrückende Soundkulisse tragen zur packenden Horror-Atmosphäre des neuen "Alien"-Games bei.

Ersteindruck: Ein endgültiges Urteil können wir nach dem kurzen Probespielen von "Alien Isolation" noch nicht abgeben, das bisher Gesehene verspricht aber ein adrenalingeladenes Abenteuer für Horror-Freunde. Das Alien aus "Isolation" ist erheblich angsteinflößender als die Tausenden Artgenossen, die den Spielern noch in "Colonial Marines" vor die Flinten gelaufen sind. Und die Kombination aus beklemmender Atmosphäre, Ressourcenknappheit und dem Gefühl, gejagt zu werden, sorgte beim Anspielen trotz weniger Gegner für konstant hohe Spannung. Man darf gespannt sein auf das am 7. Oktober erscheinende Survival-Game.

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