Kaum zu glauben: Nach den Rekordtemperaturen der vergangenen Wochen herrschte am Mittwoch im Tiroler Hochgebirge auf einmal Winter! Das hatten einige Wanderer nicht auf dem Plan – sie gerieten in Bergnot.
Aus dem Windachtal östlich über Sölden wollten am Mittwoch drei deutsche Alpinisten rund 1200 Höhenmeter zur Hochstubaihütte (3174 m) aufsteigen. Was sie offensichtlich nicht bedachten und eigentlich nach den letzten Hitzetagen auch kaum vorstellbar war: Im Hochgebirge hat es am Mittwoch kräftig geschneit. Rund zehn Zentimeter lagen auf der Route hinauf zu dem Alpenvereinsstützpunkt – zu viel für einen 59-Jährigen aus dem Trio.
Denn der kam wegen Erschöpfung und wohl auch gesundheitlicher Probleme rund 70 Höhenmeter unterhalb der Hütte bei Schneetreiben, starkem Wind und Nebel nicht mehr weiter.
Dem Wirt der Hochstubaihütte ist es mit großem Engagement gelungen, den stark unterkühlten Mann hinauf ins Schutzhaus zu bringen.

Maximilian Riml, Einsatzleiter Bergrettung Sölden
Bild: Christof Birbaumer
„Der Notarzthubschrauber Martin 8 in Obergurgl konnte wegen der Witterung nicht starten, wir wurden gegen 16 Uhr alarmiert“, schildert Maximilian Riml, Einsatzleiter der Bergrettung Sölden. Dem Notarztheli Martin 2 in Karres gelang es hingegen, sechs Bergretter bis auf eine Höhe von 2700 Metern zum Laubkarsee zu transportieren. „Von dort stiegen sie bei Wind und Schneefall in Rekordzeit zur Hochstubaihütte auf“, sagt Riml.
Eine Drohne hat den Belgier, der unter einer Felsplatte kauerte, schließlich geortet.

Ulli Huber, Ortsstellenleiter Bergrettung Ginzling
Bild: ZOOM Tirol
Der Hüttenwirt war unterdessen zu dem 59-Jährigen abgestiegen. „Ihm ist es dann mit großem Engagement gelungen, den stark unterkühlten Mann hinauf ins Schutzhaus zu bringen“, zollt Riml dem Hüttenwirt größten Respekt. Die beiden anderen waren selbstständig zur Hütte gekommen.
Die Sölder Bergretter versorgten den 59-Jährigen in dem Schutzhaus, sodass sich dessen Zustand kontinuierlich besserte. Laut Riml wurde in der Folge das Wetter besser, sodass kurz nach 19 Uhr der Notarztheli Martin 8 zur Hütte und den Deutschen nach Sölden fliegen konnte. Von dort brachte die Rettung den 59-Jährigen schließlich in das Krankenhaus nach Zams.
Belgier steckte in Ginzling fest
Wegen eines Gewitters traute sich am Mittwochnachmittag ein Belgier unterhalb der Mörchnerscharte in Ginzling im Zillertal nicht weiter und schlug Alarm. Die Bergrettung Ginzling fuhr laut deren Chef Ulli Huber in den Floitengrund, konnte wegen des Gewitters aber nicht weiter aufsteigen. „Eine Drohne hat den Belgier dann geortet“, so Huber. Schließlich barg der Notarzthubschrauber Heli 4 den Unterkühlten. Auch bei dem Einsatz setzte Schneefall ein.
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