Die hochsommerlichen Temperaturen sorgen derzeit auch bei den heimischen Bergrettern für Schweißtreiben. Allein am Samstag mussten die Ehrenamtlichen in der Steiermark zigfach ausrücken, viele Einsätze stehen derzeit in Zusammenhang mit Kreislaufproblemen und Erschöpfung.
Wie fordernd die derzeitigen Bedingungen im alpinen Gelände sind, zeigte sich am Samstag bei gleich mehreren Einsätzen in der Steiermark. Besonders aufwendig verlief eine Rettungsaktion in der Südwand des Admonter Kaiblings auf rund 1900 Metern Seehöhe. Zwei erschöpfte Kletterer mussten aus der Felswand gerettet werden.
Fünfter Schwierigkeitsgrad
Da eine direkte Bergung mittels Tau und Hubschrauber nicht möglich war, wurden fünf Bergretter und ein Alpinpolizist samt Seil- und Rettungstechnik in die Nähe des Einsatzortes geflogen. Zwei Bergretter stiegen in die Kletterroute – immerhin im fünften Schwierigkeitsgrad – ein, seilten die Alpinisten rund 100 Meter ab und versorgten sie notfallmedizinisch. Anschließend wurden sie weitere 150 Meter seilgesichert zu einem guten Standplatz gebracht, von wo aus sie schließlich mit dem Polizeihubschrauber ins Tal geflogen werden konnten.
30 Einsatzkräfte in Admont
Bereits unmittelbar davor war die Bergrettung Admont bei der Hesshütte im Einsatz. Dort erlitt eine Person auf einem Wanderweg einen Kreislaufkollaps und musste nach der notfallmedizinischen Erstversorgung mit dem Notarzthubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Die Begleitpersonen wurden von Einsatzkräften der Bergrettung sicher ins Tal begleitet. Insgesamt standen rund 30 Einsatzkräfte der Bergrettung Admont gemeinsam mit der Alpinpolizei Liezen rund fünf Stunden im Einsatz.
Touren sind bei diesen Temperaturen kürzer und defensiver zu planen. Zudem unbedingt früh starten, Mittags- und Nachmittagshitze vermeiden.

Enrico Radaelli, steirische Bergrettung
Bild: Diverse Fotografen honorarfrei
Wanderer verirrten sich auf der Tauplitz
Auch auf der Tauplitzalm machte die Hitze Wanderern zu schaffen. Zwei Personen verirrten sich beim Abstieg, fanden den markierten Weg nicht mehr und setzten erschöpft bei einsetzender Dämmerung einen alpinen Notruf ab. 15 Einsatzkräfte der Bergrettung Tauplitz konnten die Wanderer lokalisieren und sicher ins Tal bringen.
Schladming und Hohentauern
Weitere Einsätze gab es im Bereich des Riesachfalls, wo die Bergrettung Schladming das Rote Kreuz bei einer Person mit Kreislaufbeschwerden unterstützte. Am Großen Hengst verletzte sich ein Wanderer am Knöchel und wurde von der Bergrettung Hohentauern notfallmedizinisch versorgt und mehrere Hundert Höhenmeter schonend abtransportiert. Auch die Bergrettungen Landl und Wildalpen rückten zu einem Einsatz in die Palfauer Wasserlochklamm aus.
Wichtige Tourentipps
Angesichts der anhaltenden Hitze rät die Bergrettung, Touren entsprechend anzupassen. „Früh starten, die Mittags- und Nachmittagshitze meiden“, lautet eine der wichtigsten Empfehlungen von Enrico Radaelli, Sprecher der steirischen Bergrettung. Ebenso sollten Wanderer und Bergsteiger ausreichend trinken, Touren defensiver planen sowie auf Sonnenschutz, geeignete Kleidung und eine Notfallausrüstung achten.
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