Liebe Leserinnen, liebe Leser, während wir Menschen den Sprung in den Badesee wagen oder die Klimaanlage hochdrehen, spielen sich in unseren Gärten, Wäldern und auf den Feldern stille Dramen ab. Der Hitzestress hat die Tierwelt längst im Griff. Dass Amphibien buchstäblich die Luft wegbleibt, weil ihre Haut austrocknet, oder Vögel und Insekten vergeblich nach einem Schluck Wasser suchen, ist keine düstere Zukunftsvision – es ist die Realität der österreichischen Sommerwochen. Die gute Nachricht ist: Selten war Hilfe so einfach. Der Appell, flache Wasserschalen mit ein paar Rettungssteinen für Insekten aufzustellen, ist kein naiver Romantismus, sondern akute Erste Hilfe. Doch so wertvoll die Tränke im Garten und das Sandbad für Vögel auch sind: Wir dürfen uns nicht damit beruhigen, ein paar Schalen aufzustellen und das Gewissen zu besänftigen. Die eigentliche Krise ist hausgemacht und lässt sich nicht mit Leitungswasser wegschwemmen. Wenn Böden großflächig versiegelt werden, fehlt das Wasser genau dort, wo es gebraucht wird: im Bodenkreislauf. Jede betonierte Fläche, jede zu intensiv genutzte Wiese nehmen der Natur die Fähigkeit, sich selbst zu kühlen. Wir entziehen der Tierwelt systematisch die Lebensgrundlage und wundern uns dann über das große Sterben vor unserer Haustür. Was wir benötigen, ist ein radikales Umdenken im Naturschutz und in der Raumplanung. Einen nicht allzu heißen Sonntag und einen guten Start in eine hoffentlich etwas kühlere Woche wünscht Ihnen, Sonja Schlingensiepen
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