Am Sonntag ist es so weit: Graz wählt. Am Freitag trommelte nach der ÖVP auch noch die KPÖ zum Wahlkampfabschluss – bilden die beiden Parteien auch die nächste Koalition? Davon sind bislang wohl nur die Blauen überzeugt ...
Der Grazer Wahlkampf geht ins Finale: Nachdem die ÖVP am Freitagvormittag das „Finale“ beschritten hatte, versammelten sich die Kommunisten am Nachmittag bei brütender Hitze am Mariahilferplatz.
ÖVP-Chef Kurt Hohensinner hatte am Vormittag angekündigt: „Ich bin davon überzeugt, dass wir am Sonntag überraschen.“ Dass es noch Überraschungen geben kann, spricht auch die Bürgermeisterin beim KPÖ-Wahlkampffinale an: „In den letzten Monaten war immer die Rede davon, dass die KPÖ sicher gewinnt. Ich bin überzeugt, dass das nicht so sicher ist. Es kommt auf jede Stimme an!“, sagte Kahr, die ihre Rede ob der Gluthitze kurz und knackig hielt.
„KPÖ macht niemals Politik gegen Menschen“
Mit dem Begriff Wahlkampfabschluss könne sie wenig anfangen: „In Wirklichkeit ist es so, dass man jeden Tag bei den Leuten sein sollte und nicht vor der Wahl ein Ideen-Feuerwerk zündet, wo man weiß, das geht sich eh nicht aus“, sagt Kahr und verwies dabei auch auf das FPÖ-Wahlkampffinale mit Herbert Kickl am Donnerstag, „wo sie so ziemlich alle Grauslichkeiten vom Stapel gelassen haben, die man sich nur vorstellen kann.“ Die KPÖ hingegen werde niemals eine Politik gegen, sondern immer nur für Menschen machen.
In den vergangenen fünf Jahren habe man viel weitergebracht – „wenn auch sicher nicht alles, was wir uns gewünscht haben“ –, aber man wünsche sich, dass jeder in Graz ein glückliches und erfülltes Leben leben könne, egal, woher er komme. Und die Menschen sollten von ihren Gehältern und Pensionen leben können. „Und wo das aus eigener Kraft nicht geht, da braucht es die Unterstützung der öffentlichen Hand. Dafür steht die KPÖ aus Überzeugung.“
Blaue orten KPÖ-ÖVP-Pakt
„Dass die ÖVP Graz für parteipolitische Macht alles tut, ist hinlänglich bekannt“, verbreitet indes FPÖ-Spitzenkandidat René Apfelknab im Wahlkampffinale und legt noch nach, wenn er behauptet: „Die ÖVP Graz wird die Kommunisten in den Sattel heben, wenn sie dafür Teil einer Koalition in Graz wird.“ Apfelknab segelt damit im Windschatten seines Parteichefs, Landeshauptmann Mario Kunasek, der in Werbespots auch darauf hinweist, dass KPÖ und ÖVP bereits an einer Koalition basteln.
Bei der „Krone“-Elefantenrunde in dieser Woche bestritten die Chefs der beiden angesprochenen „Bastel“-Parteien, Bürgermeisterin Elke Kahr und Kurt Hohensinner wie berichtet einen derartigen „Sommer-Flirt“. Während Kahr eine Koalition mit der ÖVP vehement ausschließt und dies am Donnerstag auch in der ZiB2 klar artikulierte, gibt sich ÖVP-Kandidat Hohensinner deutlich zurückhaltender, meinte bei der „Krone“-Runde, sich durchaus eine Hintertür offenhaltend: „Wenn’s die Frau Kahr ausschließt, brauch’ ich nicht weiterzureden.“ Einfache Gegenprobe: Sollte sie es nach den Wahlen doch nicht mehr ausschließen, dann könnte man wohl weiterreden ...
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