Die heimischen Justizanstalten sollen sich ab sofort selbst um das Recruiting kümmern und sich um neue Bewerberinnen und Bewerber bemühen. Das sorgt durchaus für Verwunderung.
Dass die heimischen Gefängnisse, so zum Beispiel auch die Justizanstalt Innsbruck, mit einem eklatanten Personalmangel zu kämpfen haben, ist nicht neu. Das Justizministerium hat im Vorjahr der „Tiroler Krone“ verschiedene Recruiting-Maßnahmen präsentiert – etwa jeweils einen eigenen Zuständigen für Ost- und Westösterreich.
„Dennoch werden die Justizanstalten vonseiten der Dienstbehörde nun aufgefordert, sich selbst am Recruiting zu beteiligen bzw. es zu betreiben. Wie sollen wir das machen, wo uns doch jegliche Ressourcen fehlen?“, fragt sich Thomas Erhard, Vorsitzender der Justizwachegewerkschaft Tirol, „es scheint so, als sei man völlig ideenlos und schießt den Ball einfach zurück“.
Sind die Bediensteten motivierter, tragen sie das auch so nach außen. Das wäre gute Werbung für unser Berufsbild.

Thomas Erhard, Vorsitzender der Justizwachegewerkschaft Tirol
Bild: Privat
Einige konkrete Vorschläge
Man solle lieber vermehrt die Bediensteten, die das System (noch) am Leben erhalten, entlasten. „So könnte man für sie die Parkplatz-Gebühren am Anstaltsareal, die sie bezahlen müssen, übernehmen oder Mehrdienstleistungen sowie Überstunden wieder ausbezahlen, anstatt diese mit Freizeitausgleich abzugelten, dann würden sie auch nicht im Dienstplan fehlen“, schlägt Erhard vor und ist überzeugt: „Sind die Bediensteten motivierter, tragen sie das auch so nach außen, was eine positive Außenwirkung wäre. Das ist die beste Werbung für unser Berufsbild.“
„Fixe Zusagen fehlen“
Zudem fordert er einen Grundlehrgang in Innsbruck – bisher gibt es diese in Linz, Graz und Wien. „So würden sich bestimmt auch mehr Interessierte bewerben. Verhandlungen diesbezüglich gibt es bereits, nur fixe Zusagen fehlen bisher“, gibt Erhard preis.
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