Während die heiße Luft über Europa hängt, haben in der Gefängnisanstalt Puch-Urstein in Salzburg Häftlinge und Beamte nur wenig Chance auf Abkühlung. Lüften und Duschen ist angesagt. Die WM-Spiele finden immerhin in lauer Nacht statt – eine willkommene Ablenkung ...
„Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal ...“, singt Reinhard Fendrich in seinem Song „Oben Ohne“. Von entblößten Oberkörpern ist bei den Beamten der Justizanstalt Puch-Urstein keine Spur. In voller Montur müssen sie die hohen Temperaturen ertragen. Kontrollinspektor Johann Schnöll sagt: „Die größte Belastung tragen die Kollegen, die ihren täglichen Dienst in Uniform mit dazugehöriger Sicherheitsausrüstung versehen müssen.“
Weil die Justizwache an jedem Tag im Jahr für 24 Stunden besetzt sein muss und die Beamten quasi jederzeit einsatzbereit sein müssen, gibt es auch in heißen Phasen keine Chance auf ein kühleres Outfit. Denn die derzeit anhaltende Hitzewelle macht auch vor den Mauern der Justizanstalt Salzburg nicht halt.
Wie in Haushalten oder Einrichtungen hilft hier meist nur das nächtliche Öffnen der Fenster. Oder kalt Duschen.

Johann Schnöll, Kontrollinspektor in Puch-Urstein
Bild: Markus Tschepp
Im Jahr 2015 ging sie in Puch-Urstein in Betrieb. „Dank des Neubaues sind die Hafträume mit einer Raumlüftung ausgestattet. Trotz allem ist die Hitze natürlich auch hier spürbar“, sagt Schnöll. „Wie in den meisten privaten Haushalten oder anderen Einrichtungen hilft auch bei uns meist nur das nächtliche Öffnen der Fenster. Oder kalt duschen.“
Der Innenhof ist selten besucht, hier ist die Hitze unerträglich. Zumindest kleidungstechnisch haben es die Häftlinge jedoch leichter: Sie sind natürlich nicht an gewisse Kleidungsvorschriften gebunden.
35 Nationen im Gefängnis – da wird viel WM geschaut
Nur gut, dass die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft aufgrund der Zeitverschiebung vorwiegend zu den lauen Nachtzeiten sind. Auch im Häfen wird freilich gerne der Weltmeisterschafts-Kick geschaut. „Das ist eine willkommene Ablenkung für die Insassen vom Haftalltag. Bei derzeit 35 Nationalitäten, welche hier untergebracht sind, ist fast für jedes Land ein Fan dabei“, so der Kontrollinspektor.
Weniger beliebt sind jedoch die Spiele, die in den Morgenstunden stattfinden. Diese seien nicht ganz so gefragt, da rund 70 Prozent der Insassen auch beschäftigt seien und um 7.15 Uhr zur Arbeit antreten müssten.
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