Ältere hoch gefährdet!

Bei Hitze kommt der Tod rasch auf leisen Sohlen

Niederösterreich
27.06.2026 16:00

Lautlos, unbemerkt und ohne rechtzeitige Hilfe: Ältere und allein lebende Menschen sind eine riesige Risikogruppe für den Tod durch Hitze. Wie sie es nicht soweit kommen lassen müssen, was sie tun können, wenn es soweit kommt und wie sie überhaupt einen Hitzschlag erkennen.

Diese tödliche Gefahr wird von vielen älteren Menschen komplett unterschätzt: Die Hitze! Warum, erklärt der Johanniter-Chefarzt Rainer Thell: „Im Alter lässt die Schweißdrüsenaktivität nach und die natürliche Kühlung des Körpers funktioniert damit schlechter. Gleichzeitig nimmt bei vielen betagteren Menschen auch das Durstgefühl ab“, beschreibt der Mediziner den totgefährlichen Mix. Deshalb mahnen die Johanniter gerade Ältere und in überhitzten Wohnungen allein lebende Personen zur besonderen Vorsicht.

Mit Riesenschritten zur Dehydrierung
Rasch würde die Kombination zur lebensbedrohlichen Dehydrierung werden, ohne dass die Betroffenen es überhaupt merken. „Besonders kritisch: Ein drohender Hitzschlag kündigt sich nicht merklich an. Verwirrung, Orientierungslosigkeit oder manchmal sogar Aggressivität sind Symptome, die von Angehörigen oft falsch eingeschätzt oder anderen Ursachen zugeschrieben werden“, weiß Chefarzt Thell zu berichten.

Als erfahrener Notarzt weiß er aber auch, dass Einsamkeit am gefährlichsten sei. Laut Thell ist die soziale Isolation einer der größten Risikofaktoren überhaupt. Denn Hitze töte nicht nur am Berg oder am Badestrand, wie man oft in Berichten lese. „Das eigentliche Problem ist demnach sehr oft nicht medizinischer, sondern gesellschaftlicher Natur“, resümiert der Mediziner.

Zitat Icon

Ein drohender Hitzschlag kündigt sich nicht merklich an. Verwirrung oder manchmal sogar Aggressivität sind Symptome, die oft falsch eingeschätzt werden.

Johanniter-Chefarzt Rainer Thell

Gefahr erkennen und handeln!
Ein Hitzschlag ist erkennbar an Verwirrtheit, heißer, trockener Haut und schnellem Puls. In diesem Fall gilt: sofort Notruf 144 wählen, die Person in den Schatten bringen, kühlen und bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen. Nichtstun ist in jedem Fall der größte Fehler! Damit es aber gar nicht soweit kommt: Regelmäßig ans Trinken erinnern, auch wenn kein Durst verspürt wird. Und auf Warnsignale, wie Erschöpfung Verwirrtheit und gerötete Haut achten!

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