Die Familie Rausch im Waldviertel setzt auf nachhaltige Qualität und „erntet“ damit viele Auszeichnungen. Insgesamt hat die Hofkäserei 35 verschiedene Produkte im Sortiment. Ein Lokalaugenschein.
Viele Milchprodukte legen hunderte Kilometer zurück, bevor man sie konsumieren kann: Der Weg vom Bauern in die Molkerei und zurück in die Geschäftsregale ist alles andere, als CO2-schonend. Bei den Produkten der Hofkäserei Martin Rausch aus Triglas im Bezirk Waidhofen an der Thaya ist das anders.
Nach der Übernahme des kleinen Bauernhofs seiner Eltern war Martin klar, dass er etwas ändern musste, vor allem, wenn er den Betrieb im Vollerwerb führen wollte. Er setzte auf Milchverarbeitung und Direktvermarktung.
Zur Einordnung nahm er gleich am Direktvermarkterpreis der landwirtschaftlichen Fachschule Edelhof teil und bereits ein Jahr später an der Ab-Hof-Messe in Wieselburg. Einen Tag nachdem ein Großbrand dem Bauernhof der Familie Rausch heftig zugesetzt hatte, wurde Rausch informiert, dass er bei der Ab-Hof-Messe mit seinem nach dem Heimatort benannten Käse („Triglaser“) das begehrte „Kasermandl“ gewonnen hatte. „Ich sah das als Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, meint Martin Rausch heute.
35 verschiedene Ab-Hof-Produkte
Nicht Größe, sondern Qualität und Innovation stehen im Vordergrund. Rausch hat 14 Kühe, die Hälfte der Milch verarbeitet er selbst, die andere Hälfte wird an die Molkerei geliefert. Insgesamt sind dies rund 100.000 Liter pro Jahr. Die Familie produziert rund 35 verschiedene Produkte von Frischmilch über Frischkäse, Topfen, Aufstriche, Weichkäse, Schnittkäse bis zu Süßspeisen sowie Joghurt-Drinks. Diese werden in Direktvermarkter-Geschäften in der Region sowie im Hofladen angeboten. Und auch da legt Rausch Wert auf Nachhaltigkeit: Alle Verkaufsstellen sind in einer Tour mit dem E-Auto erreichbar, das von der hauseigenen Photovoltaik-Anlage gespeist wird. Der Hofladen ist über das ganze Jahr zweimal pro Monat offen.
Immer weiterentwickeln
Der Landwirt setzt auf permanente Weiterentwicklung: „Ich wurde anfangs durchaus von einigen Menschen belächelt, ich war noch kurz vor der Zeit dran, als Direktvermarktung modern wurde.“ Auch heuer gewann er bei der Ab-Hof-Messe wieder vier Goldmedaillen und mit seinem Frischkäseaufstrich „Kautzner Kürbiskerne“ hat er nun auch ein Produkt im Sortiment, das absolut regional ist: Die Kürbisse wachsen in der Region, die Kerne werden in der Region getrocknet, der Frischkäse wird von der Hofkäserei Rausch produziert, lediglich das Salz kommt aus größerer Entfernung. Und auch die Etiketten stammen von der regionalen Druckerei Janetschek im nahen Heidenreichstein.
Hannes Ramharter
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