30.01.2006 16:43 |

UNO warnt

Überschwemmungen und Dürren nehmen zu

Die Zahl der Naturkatastrophen ist im vergangenen Jahr nach UNO-Angaben um 18 Prozent auf 360 gestiegen. 157 Millionen Menschen wurden durch Dürren oder Erdbeben zu Hilfsbedürftigen, die ihr Heim verloren, Lebensmittel oder medizinische Hilfe brauchten sieben Millionen mehr als im Vorjahr, berichtete die UNO-Organisation zur Katastrophenreduktion am Montag in Genf.

"Diese Zunahme ist vor allem durch eine erhöhte Zahl von Überschwemmungen und Dürren bedingt", sagte Debarati Guha Sapir vom Forschungszentrum der belgischen Katholischen Universität Louvain bei der Veröffentlichung des UNO-Berichts. Die Zahl der Überschwemmungen stieg 2005 mit 168 im Vergleich zum Vorjahr (107) um 57 Prozent. Die Anzahl der Dürren erhöhte sich um 47 Prozent von 15 im Jahr 2004 auf 22 im vergangenen Jahr.

Mehr Katastrophen, weniger Opfer
Die Zahl der Todesopfer lag dagegen 2005 mit 91.900 weit unter der von 2004, als allein der Tsunami an Weihnachten mehr als 200.000 Menschen tötete. 2005 kostete das Erdbeben in Pakistan im Oktober mehr als 73.000 Menschen das Leben.

Die ökonomischen Verluste, die 2005 durch Naturkatastrophen entstanden, beziffert der Bericht auf 159 Milliarden Dollar (131,6 Milliarden Euro). Davon wurden 125 Milliarden Dollar allein durch den Hurrikan "Katrina" in den USA verursacht. 2004 betrugen die Verluste 92,9 Milliarden US-Dollar.

Frühwarnsysteme müssen gefördert werden
Der Direktor von UNO-ISDR, Salvano Briceno, wies darauf hin, dass Naturkatastrophen die Entwicklung behinderten, auch wenn das aus den Zahlen der Opfer auf den ersten Blick nicht ersichtlich sei. Das sei die Hauptsorge der Vereinten Nationen. Die verheerenden Auswirkungen von Naturkatastrophen könnten aber durch entsprechende Information und ein Frühwarnsystem vermindert werden, betonte er.