Die „Radkrone“ testete beim Bosch-Event in Hamburg die neue Cybersight Zenith Pro – eine Sportsonnenbrille, die Radfahrern Daten direkt ins Sichtfeld projiziert. Geschwindigkeit, Akkustand, Herzfrequenz oder Navigationshinweise erscheinen dabei wie bei einem Head-up-Display im Auto. Was zunächst nach Science-Fiction klingt, könnte schon bald zum neuen Standard am Fahrrad werden.
Wer heute ein modernes E-Bike fährt, blickt regelmäßig auf Display, Smartphone oder Fahrradcomputer. Die neue Cybersight Zenith Pro verfolgt einen anderen Ansatz: Sämtliche wichtigen Informationen werden direkt in das Sichtfeld des Fahrers eingeblendet. Möglich macht das eine sogenannte HUD-Technologie (Head-up-Display), wie sie bereits aus modernen Fahrzeugen oder Kampfjets bekannt ist. Die Daten scheinen dabei vor dem Fahrer zu schweben, ohne die Sicht auf die Straße einzuschränken.
Bereits nach wenigen Minuten auf Hamburgs Radwegen wird klar: Das System funktioniert erstaunlich intuitiv. Statt den Blick nach unten zu richten, genügt ein kurzer Augenblick ins untere Sichtfeld.
Mit weniger als 40 Gramm Gewicht trägt sich die Zenith Pro kaum anders als eine hochwertige Sportbrille. Druckstellen oder störende Gewichtsverlagerungen waren während des kurzen „Radkrone“-Tests nicht festzustellen. Die Projektion erfolgt über ein spezielles optisches System innerhalb des Brillenglases. Die Informationen wirken scharf und selbst bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar.
Angezeigt werden können unter anderem: Geschwindigkeit, Herzfrequenz, Leistung in Watt, Trittfrequenz, Distanz, Höhenmeter, Kalorienverbrauch und sogar Navigationshinweise.
Das Cockpit vor den Augen
Die Brille verbindet sich per Bluetooth mit Smartphone, Smartwatch, Fahrradcomputer oder Sensoren und spiegelt die gewünschten Daten direkt ins Sichtfeld. Garmin-Geräte, Leistungsmesser, Herzfrequenzgurte und zahlreiche weitere Sensoren werden bereits unterstützt.
Preis: je nach Ausstattung und Markt zwischen rund 500 und 700 Euro. Hoher Praxisnutzen für Rennradfahrer, Gravelbiker und E-Biker.
Die Cybersight Zenith Pro zeigt eindrucksvoll, wohin die Reise geht. Das klassische Display am Lenker könnte künftig zunehmend an Bedeutung verlieren. Stattdessen wandern die wichtigsten Informationen direkt vor die Augen des Fahrers. Wer einmal die verbleibenden Akku-Prozente oder die aktuelle Geschwindigkeit im Sichtfeld gesehen hat, versteht sofort den Vorteil.
Mehr Sicherheit im Straßenverkehr
Besonders beeindruckend ist die Sicherheitskomponente. Die Brille kann nicht nur Trainingsdaten anzeigen, sondern auch Warnhinweise einblenden. In Verbindung mit kompatiblen Radar-Systemen werden herannahende Fahrzeuge erkannt und optisch dargestellt. Der Fahrer bleibt dadurch länger auf die Straße konzentriert und muss seltener auf externe Displays blicken.
Wer eine unbekannte Stadt erkundet, kennt das Problem: Ständig wandert der Blick zum Fahrradcomputer oder Smartphone. Die Zenith Pro löst dieses Problem elegant. Richtungswechsel und Navigationshinweise erscheinen direkt im Sichtfeld. Das wirkt zunächst ungewohnt, nach kurzer Zeit möchte man jedoch kaum mehr darauf verzichten.
Noch kein Massenprodukt – aber ein Blick in die Zukunft
Natürlich wird die klassische Fahrradnavigation oder der Fahrradcomputer nicht von heute auf morgen verschwinden. Viele Radfahrer schätzen weiterhin große Displays und umfangreiche Bedienmöglichkeiten.
Dennoch zeigt die Cybersight Zenith Pro eindrucksvoll, wie sich das digitale Cockpit am Fahrrad weiterentwickeln könnte. Die Kombination aus Navigation, Trainingsdaten und E-Bike-Informationen direkt im Sichtfeld wirkt bereits heute erstaunlich ausgereift.
Vor wenigen Jahren galten Head-up-Displays in Autos noch als Luxus. Heute gehören sie in vielen Fahrzeugklassen zur Standardausstattung. Eine ähnliche Entwicklung könnte nun auch im Fahrradbereich beginnen.
Hinter den Cybersight Sportsonnenbrillen steckt nicht etwa ein großer Elektronikkonzern, sondern ein junges Startup aus Singapur. Cybersight Technology hat sich auf intelligente Sportbrillen spezialisiert und sorgte 2025 mit einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne für Aufsehen. Aus dem ursprünglichen Projekt „Guardian“ entstand die heutige Zenith Pro – eine der leichtesten HUD-Sportbrillen der Welt.
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