Zwischen Messi-Fieber, verschossenem Elfer und Bosna-Versprechen war für jede Menge Gänsehaut-Momente im Bundesland gesorgt. Während mehr als 70.000 Fans in Dallas den WM-Kracher verfolgten, fieberten auch Tausende Oberösterreicher in Linz und Wels mit. Jubel, Enttäuschung und große Hoffnungen wechselten sich ab – die Stimmung hätte kaum emotionaler sein können.
Wenn Österreich auf Argentinien trifft, steht die Fußballwelt still – und Oberösterreich erst recht. Während im rund 8700 Kilometer entfernten Dallas mehr als 70.000 Fans für WM-Stimmung sorgten, herrschte auch in Linz und Wels Ausnahmezustand.
Fans euphorisch, Promis zurückhaltend
Rund 4000 Fußballbegeisterte verfolgten den Schlager am Welser Minoritenplatz, weit über 1000 weitere fieberten an der Linzer Donaulände beim sandalösen Public Viewing in der „Liegestuhl-Arena“ der Sandburg mit. Vor dem Anpfiff gaben sich Fans wie Christoph Mahringer aus Traun oder Sarah Schenz aus Enns euphorisch: „Wir tippen auf ein 3:1 für Österreich“. Die Prominenz dagegen war größtenteils zurückhaltend. Sowohl Landeshauptmann Thomas Stelzer als auch Hypo-Oberösterreich-Generaldirektor Klaus Kumpfmüller wollten sich auf keinen konkreten Tipp festlegen. Tenor: „Es wird schwer, aber ein Unentschieden könnte es schon werden.“
„Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“
Anders als im Stadion in Texas, wo die argentinischen Fans klar in der Überzahl waren, dominierten in Oberösterreich natürlich die rot-weiß-roten Farben. Nur vereinzelt blitzten himmelblaue Trikots durch die Menschenmassen. Einer, der bewusst aus der Reihe tanzte, war der Welser Alexander Stützler. Der 22-Jährige fieberte beim Public Viewing in seiner Heimatstadt nicht für Österreich, sondern im Argentinien-Trikot mit. „Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust, aber mein absoluter Held ist Lionel Messi. Darum habe ich das Argentinien-Trikot angezogen“, verriet er.
Nach nur acht Minuten bot sich Superstar Messi dann die große Chance zur Führung. Doch ausgerechnet der Ausnahmefußballer zeigte, dass auch er nur ein Mensch ist – und vergab den Elfmeter kläglich.
Rabl verspricht Weltmeister-„Zuckerl“
Während Tausende österreichische Fans in Linz und Wels vor Freude tobten, rang Stützler sichtlich mit der Enttäuschung. Dagegen jubelte die noch fünfjährige Emilia mit ihrem Papa lauthals mit – noch: weil sie heute ihren sechsten Geburtstag feiert. Rund 30 Minuten später: das umgekehrte Bild. Aber kein Grund, nicht optimistisch nach vorne zu schauen, so zeigte sich der Welser FP-Stadtchef Andreas Rabl im Gespräch mit der „Krone“ spendabel: „Wenn wir Weltmeister werden, gibt’s Bosna und Kebab um einen Euro.“
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