Land und Bund ziehen bei den Deutschkursen für Ausländer die Zügel an: Als erstes Bundesland führt Oberösterreich strengere Kontrollen, einheitliche Standards und raschere Sanktionen ein. Integrationsministerin Claudia Bauer und Landesrat Christian Dörfel (beide ÖVP) präsentierten am Freitag das neue Modell.
„Mit der Ausschreibung der Niveaukurse beenden wir das bisherige Wunschkonzert“, sagt Integrationslandesrat Christian Dörfel. Gemeinsam mit Integrationsministerin Claudia Bauer (beide ÖVP) stellte er am Freitag in Linz eine umfassende Neuordnung der Deutschförderung vor. Als erstes Bundesland übernimmt Oberösterreich künftig vollständig die Qualitätsstandards des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). Das soll für einheitliche Regeln, mehr Kontrolle und raschere Sanktionen bei Verstößen sorgen – und nach dem Wunsch der Ministerin auch Vorbild für den Bund werden.
Gelungene Integration beruht auf drei klaren Säulen: Deutsch, Arbeit, Werte.

Ministerin Claudia Bauer, ÖVP
Bild: Imre Antal
Bisher meldeten die einzelnen Kursträger ihren Bedarf an das Land. Künftig will Oberösterreich das Angebot selbst steuern und laufend an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Zudem werden sämtliche Daten der öffentlich geförderten Deutschkurse an die Integrationsschnittstelle des Bundes gemeldet. Dadurch können Sozialhilfebehörden, AMS und andere zuständige Stellen tagesaktuell nachvollziehen, ob Teilnehmer ihren Verpflichtungen nachkommen und bei Bedarf unmittelbar Sanktionen verhängen.
Mit der Ausschreibung der Niveaukurse beenden wir das bisherige Wunschkonzert.

Integrationslandesrat Christian Dörfel, ÖVP
Bild: Markus Wenzel
Für den Integrationslandesrat ist das mehr als eine organisatorische Änderung. „Deutsch ist unsere gemeinsame Sprache und der Schlüssel für Integration. Mit der Ausschreibung der Niveaukurse beenden wir das bisherige ,Wunschkonzert‘ und sorgen für aktive Steuerung. Wir gewährleisten eine regionale Verteilung, passende Kurse und rasche Konsequenzen bei Verstößen“, sagt der Landesrat.
Integrationsministerin Claudia Bauer sieht ein Vorzeigeprojekt mit Signalwirkung über Oberösterreich hinaus. „Gelungene Integration beruht auf drei klaren Säulen: Deutsch. Arbeit. Werte.“ Oberösterreich zeige als erstes Bundesland, „wie aus unterschiedlichen Kursangeboten ein abgestimmtes, transparentes und wirksames System wird. Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel Schule macht“, so die Oberösterreicherin.
Deutsch zu lernen ist keine Option
Auch der Österreichische Integrationsfonds sieht darin einen Meilenstein. Direktor Franz Wolf betonte, dass künftig eine einheitliche Sprachstandseinstufung, vergleichbare Qualitätsstandards und vollständige Transparenz über alle öffentlich geförderten Deutschkurse gewährleistet seien. „Deutsch zu lernen ist keine Option, sondern eine der Voraussetzungen für gelungene Integration“, sagte Wolf. Dadurch würden öffentliche Mittel gezielter eingesetzt und die Integrationsarbeit effizienter gestaltet.
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