Dieser Fall mag für so manch einen einer Bagatelle gleichkommen, wiewohl er die geneigte Leserschaft darauf hinweisen soll, dass nicht jede Torheit erlaubt ist in unserem Land. Ein Rumäne (57) investierte lieber in einen gefälschten Führerschein, weil er sich vor den Fragen der theoretischen Prüfung fürchtete.
Einen Führerschein der Klasse B in Rumänien zu erlangen, kostet 1500 Euro. Dieses Geld hat der 57-Jährige in einen IT-Techniker in seiner Heimat investiert. „Ja, ich weiß. Ich habe dort zwar Fahrstunden genommen, aber ich hatte keine Lust auf die theoretische Prüfung.“
Anklage wegen Urkundenfälschung
Das illegale Nullsummenspiel flog vor vier Jahren auf, als die burgenländischen Beamten das vorgezeigte Dokument beim Grenzübergang Nickelsdorf umgehend als Klumpert identifizierten. „Das geht eigentlich gar nicht“, sagt die Richterin am Landesgericht Eisenstadt, wo sich der Facharbeiter wegen Urkundenfälschung zu verantworten hat. Und wieder meint er: „Ich weiß.“
Außerdem ist der Mann angeklagt, aus einer Wohnung drei Betten und eine Waschmaschine mitgenommen zu haben. „Der Vermieter wollte mir beim Auszug die Kaution nicht rückerstatten.“ Die Waschmaschine sei allerdings ohnehin „Schrott“ gewesen. „Sie steht heute noch bei einem Techniker zur Reparatur.“ Im Gegensatz zu den Betten: „Die waren völlig in Ordnung.“
„Ich bin ein armer Teufel – und ich bedanke mich!“
Der Rumäne, der sich in der Rolle des „armen Teufels“ gefällt, wird zu nicht rechtskräftigen drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Er gelobt Besserung und möchte den Führerschein nun auf redlichem Wege machen. Mit der Waschmaschine und den Liegestätten hat sich ein Zivilgericht zu beschäftigen. „Ich bedanke mich“, sagt der 57-Jährige, der hoch und heilig verspricht, die 250 Euro Prozesskosten ans Eisenstädter Gericht zu überweisen.
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