Nach Kündigungen bestehender Einspeisetarife erhalten Kunden künftig weniger Geld von der Burgenland Energie für ihren selbst produzierten Sonnenstrom. Der Ärger darüber beendet nun auch die politische Funkstille der ehemaligen Dritten FPÖ-Landtagspräsidentin Ilse Benkö.
Die Kündigung bestehender Photovoltaik-Einspeisetarife sorgt derzeit bei Kunden der Burgenland Energie für Ärger. Sieben Cent pro Kilowattstunde gibt es künftig nur noch für jene, die dem „Fanclub Burgenland Energieunabhängig“ beitreten.
Wer dort nicht mitmacht, muss sich mit dem Börsenpreis zufriedengeben oder einen neuen Abnehmer finden. Der Ärger darüber beendet nun auch die politische Funkstille von Ilse Benkö. Die frühere 3. Landtagspräsidentin der FPÖ hatte sich seit ihrem Ausscheiden aus dem Landtag 2023 nicht mehr öffentlich geäußert. Nun meldet sich die „Blaue Lady“ als Kundin zu Wort.
Erst vor zwei Jahren ließ sich Benkö auf dem Dach ihres Einfamilienhauses eine PV-Anlage errichten. Die bisherige Vergütung lag nach ihren Angaben bei durchschnittlich 8,56 Cent pro Kilowattstunde. Viele Burgenländer hätten ihre Anlagen im Vertrauen auf verlässliche Rahmenbedingungen und ihren Energieversorger errichtet, sagt Benkö.
„Dieses Vertrauen wird gerade mit Füßen getreten.“ Die Begründung der Burgenland Energie, dass die Strombörse immer stärkeren Schwankungen unterliegt, könne sie nachvollziehen. Das neue Modell sei für sie dennoch „mehr als enttäuschend“. „Wer künftig noch sieben Cent für seinen Strom erhalten möchte, muss einem Fanclub beitreten. Einem Fanclub. Für Strom. Man reibt sich die Augen.“
Man zahlt eine fixe Gebühr dafür, dass der eigene Strom zu einem schwankenden Preis verkauft wird. Im schlimmsten Fall bekommt man nichts.
Ilse Benkö
Der Börsenstromtarif brachte zuletzt nur rund 3,78 Cent pro Kilowattstunde. Zusätzlich fällt künftig eine monatliche Verrechnungspauschale an. „Man zahlt eine fixe Gebühr dafür, dass der eigene Strom zu einem schwankenden Preis verkauft wird. Im schlimmsten Fall zahlt man die Pauschale und bekommt trotzdem nichts.“
Für Benkö ist das kein Angebot. „Hier wird Druck ausgeübt – mit freundlichem Briefkopf und versteckten Gebühren. Wer eine halbwegs faire Vergütung erhalten möchte, wird in einen Fanclub gedrängt, den er vielleicht gar nicht will.“
Negative Strompreise
Die Burgenland Energie verweist auf die Entwicklung an den Strombörsen. Dort seien im Vorjahr durchschnittlich rund vier Cent erzielt worden, während an Kunden im Schnitt rund neun Cent ausbezahlt worden seien. An einzelnen Tagen habe es sogar negative Strompreise gegeben. Das könne man sich auf Dauer nicht leisten, heißt es auf Nachfrage aus dem Unternehmen.
Fanclub hat rund 70.000 Mitglieder
Die garantierten sieben Cent seien im österreichweiten Vergleich weiterhin attraktiv. Rund 70.000 Burgenländer gehören dem „Fanclub“ bereits an. Zusätzlich werden neue Stromspeicher mit 500 Euro gefördert. Benkö wünscht sich eine Prüfung durch die Regulierungsbehörden. Ihre persönliche Konsequenz steht fest. „Nach Jahrzehnten als treue Kundin werde ich jetzt den Anbieter wechseln.“
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