Beweise unterdrückt?

Tödlicher Rope-Jump: Neue Festnahmen in Brasilien

Ausland
21.06.2026 20:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine Woche nach dem tödlichen Rope-Jumping-Unfall einer jungen Frau in Brasilien hat die Polizei drei weitere Personen festgenommen. Sie werden verdächtigt, Beweise unterdrückt zu haben – denn die Kamera, die das 21-jährige Opfer beim Sprung trug, ist nach wie vor verschwunden.

Nach Angaben der Polizei gehören die Festgenommenen zum Team, das für die Organisation und Durchführung des Sprungs verantwortlich gewesen sein soll. Gegen die drei Verdächtigen – eine 29-jährige Frau sowie zwei Männer im Alter von 25 und 27 Jahren – wurden befristete Haftbefehle für zunächst fünf Tage erlassen. Zudem genehmigte ein Gericht Durchsuchungen und Beschlagnahmungen von Mobiltelefonen, elektronischen Geräten und weiteren Beweismitteln.

GoPro soll Aufschluss geben
Die Polizei sucht vor allem nach der GoPro-Kamera, die das Unfallopfer beim Sprung bei sich getragen hatte. Sie gilt als wichtiger Baustein zur Rekonstruktion des Geschehens. Ein Augenzeuge berichtete laut dem Nachrichtenportal „G1“, er habe nach dem Aufprall beobachtet, wie ein Mitarbeiter des Veranstalterteams das Gerät vom Körper der Verunglückten entfernt habe.

 „Im Verlauf der Ermittlungen wurden Hinweise auf eine mögliche Unterdrückung von für die Ermittlungen relevanten Beweisen zusammengetragen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Verschwinden des von dem Opfer beim Sprung verwendeten Aufnahmegeräts“, erklärte jetzt auch die ermittelnde Polizeichefin Andréa Levy.

Hinweise auf gelöschte Dateien
Die Ermittler erklärten, es gebe auch Hinweise darauf, dass nach dem Unglück möglicherweise digitale Inhalte gelöscht worden seien. Die Ermittlungen finden statt wegen des Verdachts, dass die Verantwortlichen den Tod der Frau bewusst in Kauf genommen haben könnten. Zudem prüfen die Behörden den Verdacht einer möglichen Prozessmanipulation.

Die junge Frau war am 13. Juni von der stillgelegten Ponte do Esqueleto zwischen den Städten Limeira und Cordeirópolis im Bundesstaat São Paulo rund 40 Meter in die Tiefe gestürzt. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Mitarbeiter des Veranstalterteams sie von der Absprungplattform stoßen, obwohl das Sicherungsseil unbefestigt auf der Plattform liegen geblieben war.

Instruktoren weiter in Haft
Die drei Instruktoren, die am Unfalltag festgenommen worden waren, befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Das Team konnte bisher nicht erklären, wie es zu dem tödlichen Fehler kam.

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