Pokémon feiert heuer sein 30-jähriges Jubiläum – und passend dazu erscheinen weltweit spezielle Sammelkarten-Kollektionen, die bei Fans und Sammlern für große Begeisterung sorgen. Ein Wiener Geschäft verloste die begehrten Stücke, weswegen Fans sogar Schlange standen ...
Besonders begehrt ist derzeit die „Erste Partner Kollektion Serie 2“, deren Boxen nach Einschätzung von Branchenkennern vielerorts bereits am Erscheinungstag ausverkauft sein dürften.
Wie groß die Nachfrage tatsächlich ist, zeigte sich am Samstag in Wien: Das Fachgeschäft „Spielraum“ verloste insgesamt 100 Exemplare der brandneuen Jubiläumsbox. Schon Stunden vor Beginn bildeten sich trotz brütender Hitze in der Otto-Bauer-Gasse lange Schlangen. Zahlreiche Pokémon-Fans nutzten die Gelegenheit, um sich die Chance auf eines der begehrten Sammlerstücke zu sichern.
„Karten sind erfolgreiche Anlageobjekte“
Der Hype kommt nicht von ungefähr. Das Pokémon Trading Card Game gilt als das umsatzstärkste Sammelkartenspiel der Welt und erzielt laut Branchenanalysen jährlich Umsätze von rund 2,1 Milliarden US-Dollar. Die Jubiläumsboxen hätten regulär 19,99 Euro gekostet, werden auf dem Sekundärmarkt jedoch bereits für rund 50 Euro gehandelt – noch bevor sie flächendeckend erhältlich sind. „Die einzelnen seltenen Karten waren in den vergangenen Jahren oft sehr erfolgreiche Anlageobjekte und haben ihren Wert vervielfacht. Pokemonkarten sind also auch ein Investment das sich in der Vergangenheit bombastisch entwickelt hat“, erklärt Emanuel Burtscher, der Chef von „Spielraum“.
Karte wechselte um 16,5 Millionen US-Dollar den Besitzer
Zuletzt hat in den USA eine außergewöhnlich seltene Pokémon-Karte bei einer Auktion für Aufsehen gesorgt: Für umgerechnet rund 14 Millionen Euro wechselte die legendäre „Pikachu Illustrator“-Karte den Besitzer. Der Verkaufspreis lag bei knapp 16,5 Millionen US-Dollar und zählt damit zu den höchsten Summen, die jemals für eine Sammelkarte bezahlt wurden. Veräußert wurde das begehrte Sammlerstück vom Influencer und Wrestler Logan Paul. Käufer ist ein vermögender Unternehmer, der sich damit eines der seltensten Exemplare der Pokémon-Geschichte sicherte. Die „Pikachu Illustrator“-Karte gilt unter Sammlern als regelrechter Heiliger Gral und erzielt aufgrund ihrer extrem geringen Stückzahl regelmäßig Rekordpreise.
Nostalgie, Beständigkeit, Gemeinschaft – und Investment
Experten sehen mehrere Gründe für die anhaltende Popularität der Sammelkarten. Einerseits spielt die Nostalgie eine große Rolle: Viele Erwachsene, die in den späten 1990er- und frühen 2000er-Jahren mit Pokémon aufgewachsen sind, entdecken ihre Leidenschaft neu. Das Sammeln, Tauschen und Bewahren von Karten vermittelt Beständigkeit und schafft Gemeinschaft. Hinzu kommt ein finanzieller Aspekt. Seltene Pokémon-Karten haben sich in den vergangenen Jahren vielfach als lukrative Anlageobjekte erwiesen. Einzelne Karten konnten ihren Wert innerhalb weniger Jahre vervielfachen und erzielen heute Preise, die früher kaum vorstellbar gewesen wären.
„Anders als bei Münzen oder Briefmarken stirbt noch keiner weg“
Die Sammlerszene ist dabei so vielfältig wie nie zuvor. „Mittlerweile alle Altersschichten von Kindergarten bis Mitte 40. Und es werden immer mehr. Weil im Gegensatz zu Münz- oder Briefmarkensammeln noch niemand wegstirbt“, sagt Burtscher. Anders als klassische Sammelgebiete wie Münzen oder Briefmarken wächst die Community stetig weiter und erreicht laufend neue Generationen.
„Glurak“-Karte ist um 100.000 Euro zu haben
Als bekannteste und begehrteste Pokémon-Karte gilt nach wie vor Glurak aus dem legendären Base Set von 1999. Selbst stark bespielte Exemplare werden heute für mehrere Tausend Euro gehandelt. Karten in perfektem Zustand erzielen hingegen regelmäßig sechsstellige Beträge und wechseln mitunter für mehrere Hunderttausend Euro den Besitzer.
Pokémon-Hype ungebrochen
Die Jubiläumsaktion in Wien zeigt eindrucksvoll, dass der Pokémon-Boom auch drei Jahrzehnte nach dem Start der Marke ungebrochen ist. Für viele Fans sind die Karten längst mehr als nur ein Spiel – sie sind Erinnerungsstücke, Sammlerobjekte und für manche sogar eine Investition. „Es ist eine Mischung aus Nostalgie und Halt geben. Wir leben in sehr unsicheren Zeiten, Menschen versuchen sich an materiellen Dingen festzuhalten und zu orientieren“, erklärt der „Spielraum“-Chef Emanuel Burscher.
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