29.01.2006 18:25 |

Nach 20 Jahren

Richter bittet um Gnade für Todeskandidaten

Ein US-Richter hat bei Gouverneur Arnold Schwarzenegger ein Gnadengesuch für einen Mann eingereicht, den er selbst vor mehr als 20 Jahren zum Tode verurteilte. Der Verurteilte Michael Morales solle nicht hingerichtet werden, weil Zeugenaussagen, die im Prozess zur Verurteilung führten, heute als fragwürdig angesehen würden, heißt es in dem Schreiben von Richter Charles McGrath.

Morales soll am 21. Februar im Staatsgefängnis San Quentin für den Mord an Terri Winchell hingerichtet werden. Den damaligen Prozessunterlagen zufolge soll Morales von seinem Vetter mit dem Mord beauftragt worden sein. Dieser habe herausgefunden, dass die Frau seinen Liebhaber traf.

Das Gnadengesuch wurde auch von den Anwälten David Senior und Kenneth Starr unterschrieben. Ihnen zufolge log einer der Zeugen, als er sagte, Morales habe ihm von seinen Mordplänen berichtet. Jahre später berichtete der Zeuge, er und Morales hätten Spanisch gesprochen, um ein Abgehörtwerden zu verhindern. Laut Morales' Anwälten spricht Morales jedoch kein Spanisch.