Wir haben Wiens Spezialisten für die gefährlichsten Viren der Welt über die Schultern geschaut, kennen nun den Patientenalltag in strengster Isolation in der Klinik Favoriten, und wissen, was das beste Mittel gegen Angst vor Infektion ist.
Für Infektionen mit den gefährlichsten Viren der Welt gibt es in Wien vor allem eine Adresse: Die Station für Infektiologie und Tropenmedizin der Klinik Favoriten. Auch jene Oberösterreicherin, bei der zuletzt Verdacht auf Ebola diagnostiziert wurde, wurde hier behandelt, auch von Daniela Pirker-Krassnig: „Wir haben uns die größte Mühe gegeben, sie so gut wie möglich zu versorgen und ihr auch die Angst zu nehmen“, erzählt die Oberärztin.
„Wissen das beste Antidot gegen jede Angst“
Die Patientin lag in einem der Isolierzimmer mit den höchsten Sicherheitsvorschriften: Eine Schleuse muss vor dem Patientenzimmer passiert werden, eine danach. Alles folgt streng geregeltem Protokoll, vom Anziehen des Anzugs (siehe Bildstrecke unten) bis zur Reinigung danach. Darüber hinaus sorgt Hochtechnologie dafür, das Risiko des Weitertragens von tödlichen Viren so gering wie möglich zu halten: In den Räumen herrscht Unterdruck, damit Luft nicht nach außen strömt.
Jedes Gerät bis hin zu Computertastatur und Maus ist – mit Desinfektionsmittel – abwaschbar. Angst vor Ansteckung habe auf der Station aber ohnehin niemand: „Wir wissen, wie man sich ansteckt und wie man sich schützt.“ Überhaupt sei „Wissen das beste Antidot gegen jede Angst“, sinniert die Ärztin.
Ebola kriegt man nicht im Vorübergehen. Das hat nicht das Potenzial für eine echte Pandemie. Wir wissen, wie man sich ansteckt und schützt.

Oberärztin Daniela Pirker-Krassnig
Bild: Imre Antal
Vor Ebola müsse man sich zudem weit weniger fürchten als vor anderen Viren, das bekomme man „nicht im Vorübergehen“: Eine Ansteckung erfolge nur über Körperflüssigkeiten, und „man ist erst ansteckend, wenn Symptome da sind. Und da ist man dann wirklich krank, das merkt man.“ Was wäre denn dann wirklich gefährlich? „Lungenpest“, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen, versehen mit dem Nachsatz: „Wir üben auch solche Szenarien regelmäßig, vom Abtransport aus dem Flughafen weg.“
Patienten-Probleme viel alltäglicher als gedacht
Über die Möglichkeit von größeren Krankheitsausbrüchen will sich die Infektiologin nicht den Kopf zerbrechen. Man könne die Klinik jedenfalls um ein Vielfaches „hochrüsten“. Nicht zuletzt die Covid-Pandemie habe dazu geführt, dass „wir uns weiterentwickelt haben“, das höre aber ohnehin nie auf: „Uns fällt immer Neues ein, das wir noch besser machen können“.
Ohnehin seien die Herausforderungen im Umgang mit schwer infektiösen Patienten viel alltäglicher als gedacht, schildert die Ärztin – quälende Einsamkeit etwa, wenn man in manchen Fällen über Wochen hinweg allein im Isolationszimmer bleiben muss, unterbrochen nur durch Besuche von Menschen in „Raumanzügen“. Doch auch dafür wurde Abhilfe geschaffen: Patienten bekommen auf Wunsch ein spezielles Tablet für Videotelefonate mit ihren Liebsten zur Verfügung gestellt. Selbstverständlich abwaschbar.
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