Projekte verschoben

Öffi-Ausbau: ÖBB bremsen die Stadt Linz aus

Oberösterreich
20.06.2026 12:00

Die Bundesregierung spart auch bei der Bahn: Im neuen ÖBB-Rahmenplan wird der viergleisige Ausbau der Westbahnstrecke zwischen Hauptbahnhof und Linz-Kleinmünchen zumindest um zwei Jahre nach hinten verschoben. Das hat Auswirkungen auf den Öffi-Ausbau, befürchtet Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ). 

Es knirscht an allen Ecken und Enden, der Bund muss bekanntlich ein massives Sparprogramm fahren. Nach der Präsentation des Budgets durch Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) setzten die Ministerien den Sparstift an – auch SPÖ-Infrastrukturminister Peter Hanke. Konkret geht es um die Ausbaupläne der ÖBB, bei denen es auch für OÖ zu Änderungen kommt. Besonders betroffen ist die Landeshauptstadt Linz.

Der aktualisierte ÖBB-Rahmenplan 2027 bis 2032 sieht vor, den viergleisigen Ausbau zwischen Linz-Kleinmünchen und dem Hauptbahnhof um zwei Jahre nach hinten zu verschieben. Die Inbetriebnahme soll nun erst 2035 statt, wie bisher geplant, 2033 erfolgen.

Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) befürchtet Auswirkungen auf die Entwicklung des öffentlichen Verkehrs: „Der Ausbau ist entscheidend für bessere S-Bahn-Verbindungen von Pichling und Ebelsberg zum Hauptbahnhof und weiter Richtung St. Valentin. Jede weitere Verzögerung trifft genau jene Stadtteile, die seit Jahren auf eine bessere Schienenanbindung warten.“

Zitat Icon

Wer die Verkehrswende ernst nimmt, muss jene Schienenprojekte durchsetzen, die im Alltag Entlastung bringen.

Bürgermeister Diermar Prammer, SPÖ

Der Stadtchef sieht Linz generell benachteiligt: „Linz ist einer der wichtigsten Wirtschafts- und Industriestandorte Österreichs. Trotzdem werden notwendige Ausbauprojekte für diese Stadt seit Jahren immer wieder nach hinten gereiht. Das muss endlich aufhören.“

Land soll sich in Wien für Stadt Linz einsetzen
Die Stadt spielt den Ball an das Land OÖ weiter. Von LH Thomas Stelzer (ÖVP) und Infrastrukturlandesrat Günther Steinkellner (FPÖ) erwartet Prammer, dass sie sich in Wien für den Lückenschluss zwischen Linz-Kleinmünchen und dem Hauptbahnhof einsetzen.

Auch abseits von Linz kommt es zu Verzögerungen – etwa auf der Pyhrnstrecke, wo der selektiv zweigleisige Ausbau zwischen Linz und Selzthal um zwei Jahre später fertig wird. Die Modernisierung der Salzkammergutbahn zwischen Attnang-Puchheim und Stainach-Irdning verschiebt sich ebenfalls um drei Jahre. 

Kommentar
Das war wohl erst der Anfang

Die Verschiebung eines Bahnprojekts um zwei oder drei Jahre klingt auf den ersten Blick nicht wirklich dramatisch. Sie zeigt aber, wohin die Reise – nicht nur auf der Schiene – geht. Österreich muss Milliarden sparen, die Ministerien in Wien stehen unter Druck, und die Folgen werden jetzt langsam sichtbar.

(Bild: Krone KREATIV)

In diesem Fall trifft es die ÖBB, nächstes Mal vielleicht andere Infrastrukturprojekte. Wer glaubt, dass mit dem neuen ÖBB-Rahmenplan schon alle unangenehmen Entscheidungen getroffen wurden, wird sich bestimmt täuschen. Der Sparkurs hat gerade erst begonnen, er wird noch deutlich spürbarer...

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung