Sonnwendfeuer

Maximaler Einsatz für die Tradition im Hochgebirge

Salzburg
20.06.2026 06:00

Die Anstiege sind zum Teil nicht ungefährlich: Beim Feuerbrennen zur Sommersonnenwende werden in den Gebirgsregionen in Salzburg wieder Rucksäcke mit Fackeln bepackt. In Leogang füllt der Alpenverein immer ein Gemisch aus Wachs und Sägespänen ab. In Saalfelden ist das Edelweiß berühmt. 

Beim Alpenverein in Leogang beginnen die Vorbereitungen immer schon Wochen vor der Sommersonnenwende. „Wir richten Feuerpackerl her, die mit einem Gemisch aus Wachs und Sägespänen gefüllt sind“, erklärt Matthias Eder. 300 Stück haben die freiwilligen Helfer heuer produziert. Dafür wird das Wachs in einem Spezialofen geschmolzen und vermischt. Viele Hoteliers oder auch Privatpersonen aus dem Ort bringen das ganze Jahr über beim Alpenvereinsheim Kerzenreste vorbei.

Wie Feuerpackerl entstehen: Es soll gut und vor allem windbeständig brennen.
Wie Feuerpackerl entstehen: Es soll gut und vor allem windbeständig brennen.(Bild: Alpenverein Leogang)

Die Feuerbrenner von Leogang nehmen sich für die kürzeste Nacht des Jahres viel vor: Geübte Bergsteiger machen sich immer am Nachmittag mit schweren Rucksäcken auf den Weg. Ein Helfer schultert bis zu acht Packerl zu je zweieinhalb Kilo. Die Zustiege führen zum Teil über steile Schneefelder. Es ist absolute Trittsicherheit gefragt. Denn die Routen in den Leoganger Steinbergen sind nichts für Anfänger. Beim Fahnenköpfl oder am Mitterhorn wird es auch ordentlich zum Klettern.

„Man muss die Feuerstellen kennen“, hofft der Leoganger Alpenvereins-Chef Eder, dass das Wissen über Brennplätze in Zukunft nicht verloren gehen wird.

Herzstück ist das brennende Edelweiß
Weit herum bekannt ist das „Edelweiß in der Schneegrube“ in Saalfelden, das von der Feuerwehr mit bis zu 800 Fackeln ausgesteckt wird. Im Vorjahr waren Sonnwendfeuer-Fans enttäuscht, weil kein Edelweiß, sondern das Saalfelden-Leogang-Logo leuchtete. „Es gab gar keinen Schnee. Da lässt sich das Edelweiß nicht machen“, so Feuerwehrkommandant Thomas Schreder. Heuer soll das wieder anders sein: Schnee ist da. Fackeln wurden schon bei der Schneegrube in Kisten eingelagert.

Blick auf das Steinerne Meer in Saalfelden
Blick auf das Steinerne Meer in Saalfelden(Bild: EXPA/ JFK)

 Das Ausstecken ist Maßarbeit. Neben den Kameraden am Berg gibt es auch noch einen Feuerbrenner mit Fernglas und gutem Augenmaß, der im Tal am Ritzensee Position bezieht.

Die Feuerwehr kümmert sich in Saalfelden um das Edelweiß in der Schneegrube.
Die Feuerwehr kümmert sich in Saalfelden um das Edelweiß in der Schneegrube.(Bild: Feuerwehr Saalfelden)

Am Samstag gegen 22 Uhr werden die Berge von Großarl bis in den Pinzgau oder auch flachere Gipfel wieder hell erleuchtet sein. Sämtliche Grat-Passagen werden sich dann im hellen Schein wie eine Kette aneinanderreihen.

Auch in Großarl wird der Brauch aus dem 12. Jahrhundert von Bergsteigern gepflegt.
Auch in Großarl wird der Brauch aus dem 12. Jahrhundert von Bergsteigern gepflegt.(Bild: TV Großarltal)

Größter Wunsch: Der Wettergott möge diesmal gnädig sein und kein Gewitter zusammenbrauen!

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