Die deutschen Punk’n’Roller Beatsteaks füllten die Grazer Schlossbergbühne Kasematten am Mittwoch mit Menschen und Erinnerungen.
Hände hoch wer sich erinnert: 1999, Deconstruction Tour, Orpheum Graz. Neben Punkgrößen wie NOFX und Lagwagon stand eine junge deutsche Band auf der Bühne, die hierzulande noch niemand kannte - die Beatsteaks. Die mauserten sich aber schnell zu absoluten Festivallieblingen und brachten 2024 schon ihr nunmehr neuntes Album namens „Please“ heraus. Wie die Zeit vergeht.
„Wir spielen jetzt ein Konzert wie 2006!“ brüllt denn auch Sänger Arnim Teutoburger-Weiß zu Beginn der ausverkauften Show auf den Kasematten, denn er weiß, dass hier viele dabei sind, die vor zwanzig Jahren auch schon den Pogo mitgetanzt haben. Indiedisco-Dauerbrenner wie „Hand in Hand“ oder „Let me in“ zünden immer noch und werden textsicher mitgegrölt, Erinnerungen an die Nullerjahre werden von der markanten Stimme und „The Clash“-Gitarren ausgelöst wie wenn Proust in ein Madeleine beißt.
Die neuen Lieder der in Würde gealterten Berliner werden höflich beklatscht, bevor der Zugabe „I don’t care as long as you sing“ nochmal der Bierbecher in die Luft fliegt. Nostalgie der besseren Art.
Roland Schwarz, Kronen Zeitung
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