Über 40 Primärversorgungszentren will die Steiermark bis zum Jahr 2030 verfügen. Geht noch mehr? Gesundheitsministerin Korinna Schumann verweist auf einen neuen, 500 Millionen Euro schweren Fonds des Bundes. Die Zahl der steirischen Zentren könnte mit ihm auf über 50 steigen.
Aktuell verfügt die Steiermark über 26 Primärversorgungszentren (PVE): Hier arbeiten meist mehrere Allgemeinmedizner unter einem Dach, auch andere Gesundheits- und Sozialberufe sind eingebunden. „Der Mensch wird in Primärversorgungszentren umfassend angeschaut. Die Öffnungszeiten reichen bis in den Abend. Das ist nicht nur in Städten, sondern auch am Land attraktiv“, sagt Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) zur „Krone“.
Aktuell plant die Steiermark, dass sich die Zahl der Gesundheitszentren bis zum Jahr 2030 auf 40 erhöht. Könnten es aber sogar mehr als 50 sein? Der Bund schafft einen Gesundheitsreformfonds, der jährlich mit 500 Millionen Euro gefüllt ist. Mehr als die Hälfte des Geldes soll für den Ausbau der Primärversorgungszentren verwendet werden.
Eigene Primärversorgungszentren für Frauen geplant
Eine aktuelle Karte der Gesundheit Österreich (siehe oben) zeigt, wo in der Steiermark zusätzliche PVE entstehen könnten. Alleine vier sind es im Bezirk Graz-Umgebung, je drei in Liezen und in Deutschlandsberg (wo es bisher noch gar keine solche Einrichtung gibt). Gesetzlich ermöglicht werden sollen bald auch Primärversorgungszentren für Frauenmedizin. Schumann: „Das ist ein Hauptbereich, wo es Abwanderung in Richtung Wahlärzte gibt.“
„Ich glaube, das wird was“
Aktuell wird ja um eine große Gesundheitsreform in Österreich gerungen. Diese Woche haben die Bundesländer ein eigenes Positionspaper vorgelegt, unter anderem schlagen sie vor, die Zuständigkeit für die Fachärzte zu übernehmen. „Das Papier der Länder deckt sich in vielen Punkten mit vielen anderen Verhandlungsteilen. Die Chance ist groß, dass man im Zusammenwirken von Bund, Ländern und Sozialversicherung zu einer Lösung kommt. Wir müssen die Grundzüge hinbekommen, dann folgt ein längerer Prozess der Umsetzung. Ich glaube, das wird was“, ist Schumann zuversichtlich.
Heikel sind mögliche Spitalsschließungen, die jüngst auch Finanzminister Markus Marterbauer angeregt hat. Schumann bleibt reserviert: „Das Thema Spitalsschließungen ist schwierig, weil da ganze Regionen dranhängen. Ich glaube, die Zukunft gehört immer spezialisierteren Spitälern.“ Ein Weg, den die Steiermark aktuell ja beschreitet.
Entwicklung in Graz bereitet der Ministerin Sorgen
Apropos Steiermark: Im Grazer Wahlkampf setzt die SPÖ mit Spitzenkandidatin Doris Kampus ganz auf das Thema Gesundheit. Sie ortet einen Notstand, etwa weil fast 80 Prozent der Ärzte schon keinen Kassenvertrag mehr haben. „Die Entwicklung in Graz macht mir Sorgen. Wenn man die Gesamtentwicklung in den Gesundheitsfinanzen ansieht, erkennt man, dass die privaten Ausgaben steigen. Das ist keine Entwicklung, die Freude macht“, sagt Schumann dazu.
Und weiter: „Wir haben im ASVG-System das Versprechen, egal, wie alt man ist, egal, wo man wohnt, egal, wie viel man im Geldbörsel hat, man kriegt die bestmögliche Versorgung.“ Die anstehende Reform soll daher Ärzte wieder verstärkt ins Kassensystem bringen. Die Ministerin wünscht sich zudem mehr Transparenz bei den Honoraren der Wahlärzte.
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