In der Steiermark

Metallhändler und Busfirma schlittern in Insolvenz

Steiermark
17.06.2026 20:58
Porträt von Steirerkrone
Von Steirerkrone

Zwei bemerkenswerte Insolvenzen in der Steiermark: Der mit einer Online-Plattform tätige Metallhändler Metaloop Europe GmbH (früher: Schrott24) ist ebenso zahlungsunfähig wie das weststeirische Familien-Busunternehmen Jöbstl. 

Seit 1980 ist das Familienunternehmen Jöbstl Reisen aus St. Martin im Sulmtal aktiv und für seine Busreisen (auch ins Ausland) bekannt. Viele Gruppen, Vereine und Firmen buchten Fahrten mit Jöbstl-Bussen. Die dahinterstehende Johann Jöbstl GmbH hat nun Insolvenz angemeldet, wie der Kreditschutzverband von 1870 meldete. Es sind nur noch zwei Dienstnehmer beschäftigt. 

Die Insolvenz soll „maßgeblich durch die kurzfristige und unerwartete Fälligstellung von Finanzierungen durch Investoren“ ausgelöst worden sein. Alternative Finanzierungsquellen konnten nicht rasch genug aufgetrieben werden. Laut KSV ist das Unternehmen stark fremdfinanziert.

„Der Insolvenzverwalter wird prüfen, ob eine Fortführung des Unternehmens im Interesse der Gläubiger liegt, aus derzeitiger Sicht ist dies laut Schuldnerangaben zu verneinen“, sagt Herman Jonke vom KSV1870. Das Reisebüro Jöbstl ist übrigens eine eigene Gesellschaft und von der Insolvenz nicht betroffen. 

Schrott-Handel über digitale Plattform
In einem ganz anderen Bereich ist die Metaloop Europe GmbH aus Graz tätig: Sie handelt international mit Sekundärmetallen wie Kupfer, Aluminium und Edelstahl, die Abwicklung erfolgt über eine digitale Plattform. Neben dem Sitz in Graz gibt es noch einen Standort in Wien. Die Wurzeln des Unternehmens liegen in der 2016 gegründeten Schrott24 GmbH. Zehn Dienstnehmer sind beschäftigt, Löhne und Gehälter wurden bis inklusive Mai ausbezahlt. 

Vom Verfahren sind laut Kreditschutzverband AKV 153 Gläubiger mit Gesamtforderungen in der Höhe von 11,08 Millionen Euro betroffen. Nach einer verlustreichen Aufbauphase mit steigenden Umsätzen erreichte das Unternehmen Anfang 2026 den „Break-even“ und arbeitete seitdem leicht profitabel. Die Liquidität bleibt jedoch angespannt, da weitere Eigenkapitalzuführungen ausblieben. Dazu kommen eine schwache Industriekonjunktur und strengere regulatorische Vorgaben. Kredite konnten daher nicht mehr zurückbezahlt werden, eine finanzielle Sanierung ist notwendig. 

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