Mo, 25. Juni 2018

Atomwaffenprogramm

05.09.2014 11:27

IAEA: Nordkoreas Atomreaktor wieder in Betrieb

Nordkorea hat seinen jahrelang stillgelegten Atomreaktor Yongbyon nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) offenbar wieder in Betrieb genommen. Dies geht aus einem IAEA-Bericht hervor, auf den sich die Nachrichtenagentur AFP berief. Mit dem Betrieb des Reaktors wäre das isolierte Land in der Lage, Plutonium für Atomwaffen herzustellen.

Die IAEA beruft sich bei ihren Angaben auf die Auswertung von Satellitenbildern. Auf diesen sei der Abfluss von Kühlwasser sowie das Entweichen von Dampf aus dem Reaktor festgestellt worden, erklärte die Behörde am Freitag. Diese Beobachtung deuteten darauf hin, dass die Anlage in Betrieb sei.

Den Atominspektoren der IAEA verweigert Nordkorea seit 2009 den Zugang zu dem Reaktor. Pjöngjang gibt an, in der Anlage wenig angereichertes Uran für einen Leichtwasserreaktor zu produzieren. Experten vermuten dagegen, eigentliches Ziel sei es, waffenfähiges Uran herzustellen.

Erst im August hatten US-Experten gewarnt, das Regime von Diktator Kim Jong Un treibe die Produktion von spaltbarem Material in Yongbyon weiter voran. Das Institut für Wissenschaft und Internationale Sicherheit bezog sich dabei auf Satellitenbilder der Atomanlage von Ende Juni. Die Bilder zeigten, dass das Land sowohl die "Produktion von waffenfähigem Plutonium als auch von angereichertem Uran für sein Atomwaffenprogramm" vorantreibe.

Kühlturm wurde 2008 gesprengt
Der im Juli 2007 stillgelegte Reaktor von Yongbyon stand jahrelang im Mittelpunkt des Streits um das Atomprogramm Nordkoreas. Im Februar 2007 hatte das kommunistische Regime zugesichert, sein Atomprogramm einzustellen und den Reaktor unbrauchbar zu machen. Am 27. Juni 2008 wurde der 25 Meter hohe Kühlturm gesprengt.

Wenig später erklärte die Führung in Pjöngjang allerdings, in Yongbyon wieder abgebrannte Atombrennstäbe erfolgreich aufbereitet zu haben. Wiederholt drohte das Regime seither damit, sein Arsenal an Atomwaffen auszubauen. Zu dem nördlich der Hauptstadt Pjöngjang gelegenen Nuklearzentrum gehören außer dem Reaktor mehrere Anlagen zur Herstellung, Wiederaufarbeitung und Lagerung von Brennelementen.

Mit einer Leistung von nur fünf Megawatt ist der Reaktor in Yongbyon zwar klein, kann aber Plutonium zur Herstellung von Atombomben liefern. Die Anlage ging nach US-Erkenntnissen 1986 oder 1987 in Betrieb. Dem Typ nach handelt es sich um einen Graphit-Gas-Reaktor, wie er seit den 1950er-Jahren vor allem zur Plutoniumgewinnung gebaut wurde.

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