Leonding statt Weißes Haus: Tim Walz, als US-Vizepräsidentschaftskandidat zusammen mit Kamala Harris dem Team von Donald Trump unterlegen, besuchte den oberösterreichischen Feuerwehrausstatter Rosenbauer. Dieser investiert aktuell 22 Millionen Euro in ein Produktionswerk in Amerika – trotz oder gerade wegen der Zölle.
Er wäre fast ins Weiße Haus eingezogen: Flankiert von drei Officern der „State Patrol“ (Staatspolizei) besuchte Tim Walz am Mittwoch Feuerwehrausstatter Rosenbauer in Leonding (Oberösterreich). Der Gouverneur des US-Bundesstaates Minnesota kandidierte 2024 für die Demokraten als Vizepräsident – und unterlag dem Team von Donald Trump.
Mit dessen Zollpolitik sei er nicht einverstanden. Doch mit Initiativen versuche er, so Walz, dennoch ausländische Investitionen in seinen Bundesstaat zu holen. Im Fall von Rosenbauer mit Erfolg: Der Feuerwehrausstatter erweitert sein Werk in Minnesota um rund 22 Millionen Euro. Ende 2027 soll der Ausbau fertig sein.
Rosenbauer verdient jeden dritten Euro in den USA
Amerika ist für Rosenbauer ein wichtiger Markt: Rund ein Drittel des Jahresumsatzes von 1,4 Milliarden Euro wird in den USA generiert. „Wir produzieren dort Feuerwehrfahrzeuge nach amerikanischer Norm“, sagt CEO Robert Ottel beim Besuch des US-Politikers, den Ottel als „eine große Ehre“ bezeichnet.
Speziell Minnesota – einer von drei US-Standorten von Rosenbauer – ist für die Leondinger in zweifacher Hinsicht attraktiv: Erstens ist die Lage des Bundesstaates relativ zentral und zweitens sind ausreichend Fachkräfte vorhanden.
Zölle treffen Leondinger kaum
Das Werk baue man nun deshalb aus, um dem jährlichen Wachstum von Rosenbauer von zehn bis 15 Prozent gerecht zu werden, so CEO Ottel. Der Ausbau hilft freilich auch gegen die Zölle von Trump: „Wir produzieren in den USA für die USA – also im Grunde treffen uns die Zölle kaum“, sagt Ottel. „Aber natürlich gibt es ganz wenige Bauteile für Fahrzeuge, die wir aus Europa in die USA liefern müssen und die dann manchmal bürokratische Hürden haben, damit wir sie aus dem Zoll herausbekommen.“
Apropos Zölle: Oberösterreich könne trotz der Handelshemmnisse wirtschaftlich mit den USA zusammenarbeiten, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP): „Indem sich unsere Firmen taff aufstellen, mit diesen Unwägbarkeiten zu leben gelernt haben und trotzdem Geschäft machen.“
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