Hauptstraße

So soll Urfahrs Herzstück endlich aufblühen

Oberösterreich
16.06.2026 15:22

Seit Jahren wird diskutiert, geplant und visioniert. Doch obwohl die Linzer Hauptstraße als Herzstück Urfahrs gilt, blieb die große Umgestaltung bisher aus. Nun soll sich das ändern: Verkehrsreferent und Vizebürgermeister Martin Hajart (VP) macht die Umwandlung der Hauptstraße in eine Begegnungszone zur politischen Priorität.

„Die Hauptstraße soll zur Begegnungszone aufgewertet werden“, sagt Hajart. Die Voraussetzungen dafür wolle die Stadt gemeinsam mit Verkehrsplanern, Architekten, Anrainern und Wirtschaftstreibenden entwickeln und erproben.

Rund 7000 Fahrzeuge pro Tag
Die Herausforderungen sind seit Jahren bekannt: enge Gehsteige, wenig Grün, hoher Verkehrsdruck und eine geringe Aufenthaltsqualität. Dabei ist die Hauptstraße mit rund 7000 Fahrzeugen pro Tag und mehreren Buslinien eine zentrale Verkehrs- und Einkaufsachse in Urfahr. Gleichzeitig gilt sie als wichtiger Lebensraum für Anrainer und als Standort zahlreicher Geschäfte.

Mehr Grün, mehr Platz
Die Ziele der Umgestaltung sind ambitioniert: Entsiegelung, Begrünung und Beschattung sollen die Straße attraktiver machen. Breitere Gehsteige, bessere Querungsmöglichkeiten und eine Stärkung des öffentlichen Verkehrs sowie des Radverkehrs sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen. Gleichzeitig soll der Kfz-Durchzugsverkehr auf übergeordnete Achsen verlagert werden.
Die Verkehrsplaner von Rosinak & Partner haben dafür mehrere Varianten ausgearbeitet. Diskutiert werden unter anderem eine Sperre der direkten Einfahrt von der Nibelungenbrücke in die Hauptstraße sowie neue Verkehrsführungen im Norden und Süden des Planungsgebiets.

Ziel ist eine schrittweise Verkehrsberuhigung, ohne die Erreichbarkeit des Stadtteils einzuschränken. „Entscheidend ist, dass Erreichbarkeit, öffentlicher Verkehr, Zu-Fuß-Gehen und die Qualität des Straßenraums gemeinsam gedacht werden“, betont Verkehrsplaner Oliver Wurz von Rosinak & Partner.

Zitat Icon

Die Hauptstraße soll als Begegnungszone für die Bewohner und die Wirtschaft deutlich aufgewertet werden.

Martin Hajart, Linzer Mobilitätsreferent und Stadtvize (VP)

„Urfahraner Kisterl“ als erster Testlauf
Noch bevor die große Umgestaltung umgesetzt wird, sollen temporäre Maßnahmen zeigen, wie eine neue Hauptstraße aussehen könnte. Geplant sind sogenannte „Urfahraner Kisterl“ – modulare Parklets aus Holz, die auf bisherigen Parkplätzen errichtet werden. Die Elemente sollen konsumfreie Sitzgelegenheiten schaffen, zusätzlichen Grünraum bringen und zugleich als Schutzraum zwischen Fußgängern und Verkehr dienen. Vorgesehen sind zunächst drei Standorte entlang der Hauptstraße: bei der Reindlstraße, an der Ecke Blütenstraße und vor Hausnummer 79. „So sammeln wir Erfahrungen, wie Sitzmöglichkeiten und Begrünung die Aufenthaltsqualität in der Hauptstraße verbessern“, sagt Hajart.

Umsetzung frühestens ab 2028
Bis aus den Plänen tatsächlich eine neue Hauptstraße wird, ist allerdings noch Geduld gefragt. Für 2027 ist die Detailplanung des ersten Abschnitts vorgesehen. Der Beschluss im Gemeinderat und die Ausschreibung sollen 2028 folgen. Ein Baubeginn wäre frühestens im Sommer 2028 möglich.

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