Klagenfurt erlebte am Mittwoch ein besonderes Fußball-Frühstück. Erstmals in der Geschichte des Public Viewings öffnen die Veranstalter bereits um 6 Uhr morgens ihre Tore, beim phantasischen 3:1 gegen Jordanien fieberten zumindest 2500 Fans mit. Schon um 5.30 Uhr war die Arena voll.
So etwas hat Klagenfurt noch nie erlebt. Normalerweise füllen sich die Plätze bei Public Viewings erst am Abend. Gestern war eine Frühschicht angesagt, denn Österreichs erste WM-Partie begann um 6 Uhr früh. Mit einer derart großen Begeisterung hatte niemand gerechnet. Die Organisatoren des Public Viewings hatten auf 1500 Besucher gehofft. Doch schon lange vor dem Anpfiff wurde klar, dass dieser Morgen etwas Besonderes werden würde. Statt der erwarteten Zuschauer strömten schließlich rund 2000 Fußballfans in die Innenstadt und verwandelten den Platz rund um den Lindwurm in ein rot-weiß-rotes Fahnenmeer.
Schon um 5.30 Uhr war die Public-Viewing-Arena voll
Bereits um 5.30 Uhr morgens waren fast alle Plätze vergeben. Viele Fans waren extra früh aufgestanden, um gemeinsam mit Freunden, Kollegen oder Familienmitgliedern das Spiel der österreichischen Nationalmannschaft zu verfolgen. Die Stimmung war trotz der frühen Stunde ausgelassen und voller Vorfreude. Überall waren Trikots, Schals und Fahnen zu sehen, während aus Lautsprechern Fangesänge erklangen.
Besonders bemerkenswert war die bunte Mischung des Publikums. Politiker standen neben Schülern, Arbeiter neben Angestellten, Pensionisten neben jungen Fußballbegeisterten. Landeshauptmann Daniel Fellner saß mitten unter den Fans. Auch Bürgermeister Christian Scheider war dabei. Soviele Landes- und Stadträte fieberten mit. Für einige Stunden spielte der Alltag keine Rolle mehr. Alle vereinte die Hoffnung auf einen erfolgreichen Auftritt der österreichischen Mannschaft.
Historisches Spiel im Morgengrauen
Und die Fans wurden nicht enttäuscht. Mit großem Einsatz, Leidenschaft und viel Zittern setzte sich Österreich mit 3:1 durch. Jeder Treffer wurde frenetisch gefeiert. Jubelschreie hallten durch die Innenstadt, Fans lagen sich in den Armen, und immer wieder brandete Applaus auf. Keiner konnte es glauben, dass das vermeintliche 2:1 von Arnautovic wegen Handspiels aberkannt wurde. Kurz danach traf Österreich erneut – und die große Arena war nur noch ein rot-weiß-rotes Fahnenmeer.
Als der Schlusspfiff ertönte, kannte die Freude keine Grenzen mehr. Tausende Menschen feierten den verdienten Sieg, machten Erinnerungsfotos vor dem Lindwurm und sangen. Die frühe Uhrzeit war längst vergessen – stattdessen überwog das Gefühl, Teil eines besonderen Fußballmorgens gewesen zu sein.
Landeshauptmann saß mitten unter den Fans
Für die Organisatoren war die Veranstaltung ein voller Erfolg. Die deutlich höhere Besucherzahl als erwartet zeigte eindrucksvoll, welche Begeisterung die österreichische Nationalmannschaft derzeit auslöst. Klagenfurt erlebte einen außergewöhnlichen Fußballmorgen, der vielen Fans noch lange in Erinnerung bleiben wird. Das Public Viewing am Lindwurm wurde damit nicht nur zu einem Treffpunkt für Fußballfans, sondern auch zu einem Symbol für Gemeinschaft, Begeisterung und den Stolz auf die österreichische Mannschaft. Für viele Schüler begann der Unterricht später, so fieberten sie unterm Lindwurm mit.
Für die Verantwortlichen bedeutete der frühe Anpfiff eine besondere Herausforderung. Statt Bier und Grillwürstel standen diesmal Kaffee, Tee und Frühstücksspezialitäten im Mittelpunkt. Von frischen Semmeln über Croissants und belegte Brote bis hin zu regionalen Frühstücksvariationen wurde von den zehn Gastronomiebtrieben ein umfangreiches Angebot vorbereitet. Und das Geschäft ging gut.
Das Zauberwort heißt Messi
Das zweite WM-Spiel der Österreicher findet am 22. Juni um 19 Uhr gegen Argentinien statt. Der Blick der gesamten Fußballwelt richtet sich auf das Aufeinandertreffen mit dem regierenden Fußball-Weltmeister. Für viele österreichische Spieler wird es das größte Spiel ihrer bisherigen Karriere werden. Die Südamerikaner zählen seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Fußballnationen der Welt, alleine der Name Lionel Messi verzaubert. Beim 3:0 gegen Algerien drückte das Fußball-Genie dreimal ab. Er gilt als Jahrhundert-Talent und wurde sieben Mal zum Weltfußballer des Jahres gewählt. Argentinien weckt Erinnerungen an legendäre WM-Momente, spektakuläre Tore und große Fußballgeschichte.
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