Abraham Lincoln, so heißt es, habe das Weiße Haus nie verlassen. So manch einer schwört, seinem Geist in den Gängen begegnet zu sein. Doch wer weiß: Vielleicht hat er inzwischen das Weite gesucht, um nicht Zeuge der Entwürdigung dieses geschichtsträchtigen Hauses zu werden. „Mögen unter diesem Dach nur ehrliche und weise Männer regieren“, schrieb John Adams, nachdem er als Erster hier eingezogen war. Wichtige Worte, die in den Kaminsims des State Dining Rooms eingraviert wurden.
Weise Männer stehen dieser Tage nicht mehr hoch im Kurs – dafür aber weiße Männer. Weiße, starke, „echte“ Männer, wie sie in der Mixed-Martial-Arts-Szene gefeiert werden. Ein Kampfsport fast ohne Regeln, selbst auf einen bereits am Boden Liegenden darf man ruhig noch hintreten. Längst wurde das martialische Treiben zu einer hypermaskulinen Ideologie, in der Platz für falsch verstandenen Patriotismus, Rassismus, Homophobie, Antisemitismus und Frauenverachtung ist. Natürlich teilen nicht alle Kämpfer dieses Gedankengut – aber sehr viele in Trumps Maga-Bewegung.
Trump, der im Krieg gegen den Iran für so viel Blutvergießen sorgte, fiel nun also nichts Besseres ein, als zu seinem Geburtstag ein martialisches Spektakel zu veranstalten. Eines, bei dem das Blut zur Unterhaltung seiner Fans nur so spritzte. Was für ein trauriges Sinnbild seiner unwürdigen Präsidentschaft.
Aber wie zitierte Abraham Lincoln einst weise Worte des Königs Salomon: „Und auch dies wird vergehen.“
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