Statistik und Mahnung

„Null Verkehrstote“ in allen Bezirken nur Wunsch

Tirol
16.06.2026 05:00

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) verweist auf traurige Zahlen, der Bezirk Innsbruck-Land liegt bei den Verkehrstoten sogar bundesweit an der Spitze. Nun wird ein Paket von Maßnahmen gefordert ...

Jeder tödliche Verkehrsunfall hinterlässt eine Lücke – in Familien, im Freundeskreis und in ganzen Gemeinden. Umso bedrückender fällt die Bilanz für Tirol aus: Im vergangenen Jahr verloren 42 Menschen ihr Leben, jeder Bezirk war betroffen.

Ein Todesopfer – oder auch zwölf
Auffällig sind die großen regionalen Unterschiede. Während im Bezirk Kitzbühel lediglich ein Todesopfer zu beklagen war, verzeichnete Innsbruck-Land mit zwölf Verkehrstoten den höchsten Wert Tirols. Damit liegt der Bezirk mit St. Pölten-Land (NÖ) sogar österreichweit an der Spitze. Auf Rang zwei innerhalb Tirols folgt Osttirol mit sechs Todesopfern. Je fünf wurden in Imst und Landeck registriert.

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Wenn es um tödliche Verkehrsunfälle geht, gibt es nur eine akzeptable Anzahl und die heißt null.

Klara Maria Schenk (VCÖ)

Menschen, die nie mehr nach Hause kamen ...
Die aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt, dass Tirol im Jahr 2025 insgesamt 5015 Verletzte im Straßenverkehr verzeichnete. Davon wurden 1085 Personen schwer verletzt. Dahinter stehen menschliche Schicksale – Menschen, die nicht mehr nach Hause kamen, und Familien, deren Alltag sich durch einen einzigen Moment für immer verändert hat.„Wenn es um tödliche Verkehrsunfälle geht, gibt es nur eine akzeptable Anzahl und die heißt null“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Österreichweit gelang dieses Ziel außerhalb Wiens lediglich drei Bezirken: Dornbirn in Vorarlberg, Hermagor in Kärnten und Güssing im Burgenland.

Zu oft musste leider die Rettung ausrücken, häufig waren Menschenleben nicht mehr zu retten.
Zu oft musste leider die Rettung ausrücken, häufig waren Menschenleben nicht mehr zu retten.(Bild: Christof Birbaumer)

80 km/h auf Freilandstraßen als wiederholte Forderung
Auffällig ist, dass zwei Drittel aller Verkehrstoten in Tirol auf Freilandstraßen verunglückten. Der VCÖ sieht besonders bei den Tempolimits Handlungsbedarf. Eine Reduktion von 100 auf 80 km/h könne schwere Unfälle deutlich verringern. Als weiteres Problem wird Ablenkung am Steuer genannt. Vor allem die Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt nehme zu. Allein im vergangenen Jahr ahndete die Tiroler Polizei 13.004 Handy-Delikte im Straßenverkehr. Der VCÖ fordert hier „Handy-Blitzer“ – ähnlich Radar.

Weitere Forderungen der Mobilitätsexperten sind Tempo 30 in Ortsgebieten und die Zweckwidmung von Strafen, etwa für Nachtbusse und Anruf-Sammeltaxis in der Nacht. 

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