Der Steirer Enzo Diessl hat am Mittwochabend bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham im Finale über 110 m Hürden Platz fünf belegt!
Der Fünfte der Vorschlussrunde kam im Endlauf auf eine Zeit von 13,44 Sekunden, auf Bronze fehlten 18 Hundertstel. Die Goldmedaille sicherte sich der Schweizer Jason Joseph in 13,12 vor dem Franzosen Just Kwaou-Mathey (13,16). Dritter wurde der Pole Jakub Szymanski (13,26).
„Ein fünfter Platz – das ist doch etwas!“
„Ich bin stolz auf mich! Ein fünfter Platz bei einer Europameisterschaft – das ist doch etwas. Freilich hätte ich es auch ein wenig besser machen können. Damit meine ich nicht die Platzierung, sondern den Lauf im Finale selbst“, erklärte Diessl kurz nach dem Bewerb gegenüber der „Krone“. Der Lauf sei nicht ganz rund gewesen, die Ausführung hätte besser sein können. „Ein bisschen Frustration ist deshalb auch dabei. Die wird sich aber bald legen. Die Freude über den fünften Platz wird dann überwiegen.“
„Beim Aufwärmen zum Finale hatte ich einen Krampf bekommen, aber das kann passieren, das war keine große Sache. Beim Semifinale war ich sehr nervös, aber im Finale dann ganz ruhig.“
Diessl ist U20-Europameister von 2023 in Jerusalem und Europas U23-Titelträger von 2025 in Bergen. Nun klappte es für den noch jungen „Erwachsenensprinter“ erstmals bei einer internationalen Meisterschaft in der Allgemeinen Klasse mit einem starken Ergebnis. Bei der EM 2024 in Rom war Diessl über den Vorlauf ins Halbfinale gekommen, wurde dort Letzter seines Laufes und erklärte, „null Prozent dessen abgeliefert“ zu haben, was er könne.
Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris war für den Jüngsten des Feldes und in seinem ersten Jahr über die Erwachsenenhürden im Hoffnungslauf Endstation, bei der WM 2025 in Tokio verpatzte er das Halbfinale und sprach von einem „sehr frustrierenden Abschluss der Saison“.
Diessl, ein Student des Sports, der nie auslernt
Die persönliche Bestzeit von Diessl liegt bei 13,17 Sekunden, er ist damit in der Allzeit-Liste Österreichs Zweitbester hinter Mark McCoy, der 1994 auf 13,14 kam. „Die Entwicklung ist mir und dem Trainerteam superwichtig, die konstanten Verbesserungen, das Wachstum. Wir sind Studenten im Sport, die nie auslernen. Diese Mentalität behalten wir uns, die hat das möglich gemacht“, lautet die Leitlinie von Diessl.
Trainiert wird er von Beate Hochleitner (seit 2012) und Christoph Ranz (2018/Athletik). Und plangenau für die EM vorbereitet: Auch eine im Juni erlittene und auskurierte Schulterverletzung brachte ihn nicht vom Weg ab.
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