Ein Affenbaby schreit vor Angst, ein Hund wird misshandelt, eine Katze gequält – und tausende Menschen schauen zu. Was wie ein Albtraum klingt, ist in den sozialen Medien für manche traurige Realität. Experten schlagen Alarm: Die Jagd nach Klicks und Reichweite macht Tierquälerei im Internet immer brutaler.
Nur wenige Sekunden dauern viele dieser Videos. Doch die Qualen der Tiere sind real. Weltweit werden Hunde, Katzen, Kaninchen und viele andere Tiere gezielt misshandelt, gefilmt und die Aufnahmen anschließend online verbreitet. Besonders erschreckend: In den Kommentarspalten fordern manche Nutzer sogar weitere Gewaltszenen oder bezahlen die Täter für neue Videos. Das Geschäft mit dem Tierleid boomt – angetrieben von Aufmerksamkeit, Likes und Geld.
Besonders grausam ist ein Trend namens „Crushing“. Dabei werden lebende Tiere absichtlich zertreten oder zerdrückt, während die Kamera läuft. Was einst mit Insekten begann, hat inzwischen deutlich brutalere Ausmaße angenommen.
Brennpunkt Asien
Wie ernst das Problem inzwischen ist, zeigte auch der erste globale SMACC-Gipfel auf Bali. Dort berieten Tierschützer, Ermittler, Wissenschaftler und Vertreter großer Online-Plattformen über Maßnahmen gegen Tierquälerei in sozialen Medien. Viele der verbreiteten Gewaltvideos stammen aus asiatischen Ländern, weshalb Indonesien als einer der Brennpunkte gilt. Gefordert werden strengere Kontrollen, schnellere Löschungen und eine konsequentere Strafverfolgung.
Affenbaby gefoltert
Einer der erschütterndsten Fälle ist jener des Makakenbabys „Mini“. Das kleine Äffchen wurde seiner Mutter entrissen und für zahlende Kunden gezielt misshandelt. Die Videos seiner Qualen wurden in Online-Gruppen verbreitet und kommentiert. Erst nach umfangreichen Ermittlungen konnten mehrere Beteiligte festgenommen werden. „Mini“ verbrachte anschließend mehr als zwei Jahre in einer Auffangstation, bevor sie schließlich wieder ausgewildert werden konnte – eine seltene Geschichte mit glücklichem Ausgang.
Doch nicht nur offene Gewalt sorgt für Sorgenfalten bei Tierschützern. Immer häufiger tauchen sogenannte „Fake Rescues“ auf. Dabei werden Tiere absichtlich in gefährliche Situationen gebracht, nur um sie anschließend vor laufender Kamera scheinbar zu retten.
Die emotionalen Videos werden millionenfach geteilt, obwohl die Notlage zuvor bewusst herbeigeführt wurde. Experten appellieren daher an Nutzer, verdächtige Inhalte zu melden und keinesfalls durch Likes, Kommentare oder das Teilen solcher Videos zu deren Verbreitung beizutragen. Denn jeder Klick kann dazu beitragen, dass weiteres Tierleid entsteht.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.