Anfang des Jahres entspann sich eine Debatte über den Personalschlüssel in steirischen Pflegeheimen. Die KPÖ sammelte 14.000 Unterschriften und gründete einen Arbeitskreis, um ihren Pflege-Masterplan umzusetzen.
Bereits im Jänner ging eine politische Bombe im Pflegebereich hoch: Die FPÖ-ÖVP-Landesregierung hatte überlegt, den Personalschlüssel in der Pflege zu senken. Das hätte mehr Patienten pro Pflegekraft bedeutet – obwohl die Arbeitslast schon jetzt groß ist. Nach mehreren Aktionen und einer Demonstration mit etwa 400 Teilnehmern im Februar sah Landesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) von der Senkung ab und kündigte an, einen „Masterplan Pflege“ auszuarbeiten.
Die steirische KPÖ kam ihm nun voraus: Sie gründete einen Arbeitskreis, der ein eigenes Papier entwickelt hat. Außerdem sammelte man 14.168 Unterschriften, die nun dem Landtag übergeben werden. „Das ist ein Thema, mit dem fast alle Berührungspunkte haben“, erklärt Wolfgang Schwab, Diplomkrankenpfleger und Teil des Arbeitskreises, die große Resonanz. „Sei es im privaten Umfeld oder im beruflichen.“
„Personen in Heimen haben höhere Pflegestufen“
Aus der Praxis weiß Schwab, dass die Ansprüche an Pflegekräfte in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen sind. „Wenn viele Menschen zu Hause gepflegt werden, bedeutet das auch, dass jene in den Heimen höhere Pflegestufen haben“, sagt er. Der Personalschlüssel für die Heime sei „eine politisch festgelegte Zahl“, deswegen lautet eine Forderung, sie mit Daten und Fakten zu unterfüttern.
Den Austausch am Mittwoch mit Landesrat Kornhäusl bewertet Schwab positiv. Im Herbst beginnt ein partizipativer Prozess zum Thema, unter anderem mit einem großen Pflege-Gipfel. „Wir wollen als Pflegekräfte mit am Tisch sitzen“, fordert Schwab abschließend.
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