Krasse Gegensätze. Milliardäre leben in 100-Millionen-Dollar-Penthäusern in Manhattans Steinway Tower, vor demselben Wolkenkratzer betteln Obdachlose um ein paar Cent. Wenn man den Central Park verlässt, taucht man von der Ruheoase direkt in ein hupendes und aggressives Verkehrschaos ein.
Sündhaft teure Luxus-Boutiquen stehen neben fliegenden Händlern mit gefälschten Designer-Taschen. Oder der offizielle WM-Fanshop auf der Fifth Avenue neben einem Ramschladen. Der Straßenverkäufer bietet Mitbringsel zwischen einem und fünf Dollar an, im FIFA-Store kommt beim Bezahlen das böse Erwachen. Fünf mickrige Souvenirs wie Magnete oder Schlüsselanhänger um nicht nachvollziehbare 135 Dollar. Die Fans werden vom Weltfußballverband ungeniert abkassiert. Zu Fuß darf keiner ins WM-Stadion nach New Jersey gehen, nur wer mit dem Zug kommt, bekommt Zutritt in die um 1,6 Milliarden Dollar errichtete Arena – zu einem Wucherpreis von über 90 Euro!
Heftige Proteste der Anhänger folgten, die ansonsten so treue Community der englischen „Three Lions“ bleibt sogar lieber auf der Insel. Die Endrunde gilt als das kostspieligste Turnier der Geschichte. Ticket- und Reisepreise sind teilweise fünfmal so hoch wie noch bei der WM in Katar 2022. Für viele Fußball-Freunde damit unerschwinglich.
Ein klassisches Eigentor der FIFA, auch weil die Fankultur immer mehr durch strenge Regeln unterbunden wird. Die teilnehmenden Nationen freuen sich über Rekord-Prämien, der Anhang zeigt sich aber frustriert.
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